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Aktie der Woche : Gesundes Wachstum bei Amgen

  • -Aktualisiert am

Amgen forscht mit Erfolg Bild: ZB - Fotoreport

Hohe Rentabilität, eine solide finanzielle Basis und zukunftsträchtige Produkte: für die S&P-Analysten ist Amgen ein klarer Kauf.

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          Der Finanzdienstleister Standard & Poor's (S&P) erklärt Amgen zur Aktie der Woche. Das größte Biotechnologie-Unternehmen weltweit verfügt bereits über zwei „Blockbuster“. Dazu hat die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) in den vergangenen sieben Monaten drei weitere Medikamente genehmigt.

          Gestützt auf eine starke finanzielle Grundlage, sollte das Unternehmen auch in den kommenden Jahren ein konstantes Umsatz- und Gewinnwachstum realisieren können. Angesichts der attraktiven Bewertung der Aktie ist sie für die S&P-Analysten mit einem Rating von fünf Sternen ein klarer Kauf.

          Neue Produkte beleben den Wettbewerb

          Amgens wichtigstes Produkt ist Epogen (2,2 Milliarden Dollar Umsatz im vergangenen Jahr). Es wird bei der Behandlung von Dialysepatienten eingesetzt. Das zweite Standbein ist Neupogen (1,3 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr 2001), ein Mittel zur Verhinderung von Infektionen bei Chemotherapie-Patienten. Auf der Basis dieser beiden Blockbuster-Präparate verzeichnete Amgen in den Neunzigerjahren ein stetiges Wachstum. Doch mit seinen jüngst zugelassenen Präparaten will das Unternehmen nun der etablierten Konkurrenz weitere Marktanteile abnehmen.

          Das im September 2001 zugelassene Aranesp ist ein Medikament gegen Nierenversagen auf Grund von Blutarmut. Das vergleichbare Mittel Procrit von Johnson&Johnson (J&J) erzielte 2001 einen Gesamtumsatz von 3,4 Milliarden Dollar, vornehmlich bei der Behandlung von Krebspatienten. Eine Zulassung von Aranesp auch im Onkologiebereich würde es Amgen folglich ermöglichen, auf diesem lukrativen Gebiet direkt mit J&J zu konkurrieren. Das Gleiche gilt für das seit November zugelassene Kineret, das gegen Arthritis eingesetzt wird. Es kann somit dem führenden Mittel Remicade von J&J in diesem Markt entgegentreten. Neulasta, im Januar 2002 zugelassen, ist eine erfolgreiche Weiterentwicklung von Neupogen und könnte somit den Umsatz beträchtlich in die Höhe treiben.

          Immunex-Übernahme erweitert Produktpalette

          Amgen verfügt zudem über eine attraktive Produkt-Pipeline. Medikamente, die der Behandlung von Überfunktionen der Schilddrüse, Lymphdrüsenkrebs und Mukositis dienen sollen, werden zurzeit letzten klinischen Tests unterzogen.

          Darüber hinaus wird das Produktspektrum durch die für 2002 geplante Übernahme des Biotech-Konkurrenten Immunex erweitert. Denn Immunex würde Amgen in den Besitz von Enbrel bringen, einem biologischen Präparat zur Arthritis-Behandlung mit einem Umsatz von 762 Millionen Dollar im vergangenen Jahr. Bei Amgen glaubt man, dass Enbrel in den USA durch das Wachstum auf den gegenwärtigen Märkten und die Ausweitung auf neue Patientengruppen einen Jahresumsatz von drei Milliarden Dollar erreichen kann.

          Wenn Amgen Immunex übernimmt, wird das Unternehmen über drei Präparate mit einem Jahresumsatzpotenzial von jeweils mehreren Milliarden Dollar verfügen. Aranesp und Epogen werden die lukrativsten Produkte sein. Enbrel und Kineret befinden sich noch in einem frühen Wachstumsstadium und dürften Mitte des Jahrzehnts bedeutende Umsatzerhöhungen erzielen. Auch Neulasta und Neupogen erscheinen viel versprechend.

          Amgen ist günstig bewertet

          Auf einer Pro-Forma-Basis unter Einschluss von Immunex prognostiziert S&P einen Gewinn je Aktie von 1,39 Dollar im Jahr 2002. 2003 werden 1,68 Dollar und im folgenden Jahr 2,07 Dollar erwartet. Auf der Grundlage unserer 2003er Gewinnschätzung ergibt sich für die Amgen-Aktien ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 36,6. Demgegenüber liegt das durchschnittliche KGV der Wettbewerber bei 43,6. Zudem rechnen wir für den Gewinn je Aktie zwischen 2001 und 2005 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 24 Prozent.

          Dem Discounted-Cash-Flow-Modell von S&P zu Folge liegt der faire Wert der Amgen-Aktie bei 72 Dollar. Dies entspricht einem 17-prozentigen Aufschlag zum Schlusskurs vom 15. März 2002. In Anbetracht der führenden Blockbuster-Präparate des Unternehmens, seiner äußerst starken finanziellen Position, seiner hohen Rentabilität und seiner ansprechenden relativen Bewertung hält S&P die Amgen-Aktien für einen zwingenden Kauf, der sich kurz- wie langfristig bezahlt machen dürfte.

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