https://www.faz.net/-gv6-8x99f

Maschinenbau : Aixtron kann Anleger wieder begeistern

  • Aktualisiert am

Anlage des Maschinenbauers Aixtron Bild: AIXTRON SE

Die untersagte Übernahme durch einen chinesischen Investoren stellte Aixtrons Zukunft in Frage. Jetzt schein die Anleger wieder daran zu glauben.

          Trotz weiter tiefroter Zahlen ist der Kurs der Aixtron-Aktie am Mittwoch auf den höchsten Stand seit November nach oben gesprungen. Schon am Dienstag verzeichnete die Notierung starke Aufschläge. gegenüber Montag liegt sie mittlerweile 19 Prozent im Plus.

          Auftrieb verleiht der Aktie die jüngste Quartalsbilanz. Schon in den Tagen vor der Vorlage hatte der Kurs um knapp 14 Prozent zugelegt, so dass seit dem 18. April ein Plus von 36 Prozent zu Buche steht.

          AIXTRON

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Die Reaktion der Analysten war in der Tendenz positiv. Die Commerzbank etwa hob ihr Urteil auf „Halten“ und ihr Kursziel auf 4,40 Euro an, nachdem sie zunächst ein Kursziel von 3,30 Euro und ihr „Reduzieren“-Urteil noch bestätigt hatte.

          Der angeschlagene Hersteller von Maschinen für die Chipbranche war dank einer guten Nachfrage seiner Kunden so gut in das Jahr gestartet wie schon lange nicht mehr. In den ersten drei Monaten des Jahres stieg der Umsatz um 150 Prozent auf 53,6 Millionen Euro gestiegen und damit den höchsten Wert seit 2011. Auch der Auftragseingang legte deutlich um 39 Prozent auf 61,9 Millionen Euro zu.

          Wegen Abschreibungen auf Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten blieb das Unternehmen allerdings tief in den roten Zahlen. Der Betriebsverlust verringerte sich um zwei auf 12,7 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Verlust 13,5 Millionen Euro - dies waren 13 Prozent weniger als vor einem Jahr.

          Das erste Quartal habe die Erwartungen leicht übertroffen, wenn man negative Sondereffekte ausklammere, schrieb denn auch Analyst Malte Schaumann von Warburg Research in einer ersten Reaktion.

          Leerverkäufer ausgebremst?

          Thomas Becker von der Commerzbank rechnet nicht mehr mit einem großen Rückschlagrisiko für die Aktien. Er verwies aber weiterhin auf den Bedarf weitreichender Entscheidungen mit Blick auf das Produktportfolio oder die Entwicklungsausgaben.

          Was Aixtron zugute kommen könnte, ist auch der Umstand, dass Leerverkäufer hohe Positionen halten und diese in den Vortagen sogar ausgebaut hatten. Inweiweit diese nun Eindeckungskäufe tätigten, wird sich in der kommenden Zeit noch zeigen.

          Ein weiter Weg

          Noch ist der Weg zur Rentabilität weit. Anders als  erhofft, hatte Vorstandschef Kim Schindelhauer die Prognose für Auftragseingang und Umsatz für das laufende Jahr nicht erhöht. Es gibt zudem weiter kein konkretes Ergebnisziel für 2017.

          Insofern scheint auch der Weg zu den 6 Euro weit, die der chinesiche Investor GCI im vergangenen Herbst geboten hatte. Bis einschließlich 2018 erwarten Analysten keine Gewinne und insofern bleibt die Aktie ein sehr spekulatives Investment.

          Letztlich gingen sie mit einem satten Plus von 13,60 Prozent auf 4,527 Euro über die Ziellinie. Seit ihrem Tief vor Weihnachten haben sie inzwischen um die Hälfte zugelegt. Zu alten Hochs ist der Weg aber noch sehr weit: Im Jahr 2011 waren die Aktien zeitweise rund 34 Euro wert gewesen. Das bisherige Rekordhoch lag im Jahr 2000 sogar bei 89,50 Euro.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Spaniens amtierender Ministerpräsident Pedro Sanchez nach dem Treffen mit König Felipe

          Regierungsbildung gescheitert : Stillstand in Spanien

          Pedro Sánchez hat keine Mehrheit im Parlament. Zum zweiten Mal in diesem Jahr wird im November ein neues Parlament gewählt. Doch die politische Blockade könnte andauern.
          Demnächst möglicherweise seltener zu sehen: „Zu vermieten“-Schild an einem Haus in Berlin-Schöneberg.

          F.A.Z. exklusiv : Mietendeckel schadet den Mietern

          Der Mietendeckel in Berlin soll das Wohnen bezahlbar halten. Doch die Studie eines renommierten Forschungsinstituts zeigt jetzt: Tatsächlich könnte er genau das Gegenteil bewirken.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.