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Agrarwerte : KWS profitiert vom Agrarboom

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Mais, ein Kernprodukt der KWS Saaten Bild: KWS Saaten

Die hohen Preise für Mais, Weizen, Zucker und andere Agrarrohstoffe lassen beim Saatguthersteller KWS Saaten die Kassen klingeln. Allerdings hat die Börse schon einen großen Teil der robusten operativen Entwicklung vorweggenommen.

          Die hohen Preise für Mais, Weizen, Zucker und andere Agrarrohstoffe lassen beim Saatguthersteller KWS Saaten die Kassen klingeln. Das operative Ergebnis von Steuern und Zinsen (Ebit) stieg in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2010/11 im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 15 Prozent auf 136,4 Millionen Euro, wie das Unternehmen aus Einbeck in Niedersachsen am Freitag mitteilte.

          Währen der Umsatz um zwölf Prozent auf 656,2 Millionen gesteigert werden konnte, legte das Periodenergebnis nach Anteilen anderer Gesellschafter im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 17 Prozent auf 92,8 Millionen Euro oder auf 14,07 Euro je Aktie zu.

          Entwicklung im dritten Quartal bestimmt über das Gesamtjahr

          Der Umsatz des dritten Quartals alleine betrachtet, der traditionell die Entwicklung des gesamten Unternehmens im Jahresverlauf maßgeblich bestimmt, konnte im Vergleich mit dem Vorjahr um acht Prozent auf 505,2 Millionen Euro verbessert werden. Der Nettogewinn dagegen stieg nur um drei Prozent auf 124,9 Millionen Euro.

          Besonders gut liefen bei KWS in den ersten neun Monaten die Geschäfte mit Mais-Saatgut, das für 57 Prozent der Gesamterlöse sorgte. In diesem Bereich konnten die Umsätze um 18,4 Prozent auf 376,1 Millionen Euro gesteigert werden. Dies machte leichte Rückgänge um 2,8 Prozent in der Zuckerrüben-Sparte wett, wo die meisten Erlöse wegen der späten Aussaat in den Vereinigten Staaten vermutlich erst im vierten Geschäftsquartal verbucht werden. Zudem herrschte auf dem wichtigen amerikanischen Markt lange Unsicherheit über den Anbau einer Gen-Zuckerrübe von KWS, für den die amerikanische Behörden erst kurz vor Beginn der Aussaat im Februar den Anbau grünes Licht gaben. Zückerrüben sorgen für 28 Prozent der Gesamterlöse. Dagegen legte das Geschäft mit Getreide um etwas mehr als zehn Prozent auf knapp 72 Millionen Euro zu. Es steht für knapp elf Prozent der Gesamtumsätze der ersten neun Monate.

          Der Konzern, der mehrheitlich in Familienbesitz ist, profitiert wie die deutlich größeren Konkurrenten Monsanto, DuPont und Syngenta von den spekulativ stark getriebenen Preisen im Energie- und Rohstoffbereich. Hohe Produktionskosten führen zusammen mit allerlei Knappheitsthesen zu hohen Preisen. Die wiederum fördern trotz der ebenfalls stark gestiegenen Preise für Düngemittel und Betriebstoffe die Investitionsbereitschaft der Landwirte und den Anreiz, mit hochwertigen Saatgut auf begrenzten Anbauflächen die Ernte-Erträge zu steigern.

          Aktien fair bewertet

          KWS berichtet von einer robusten Nachfrage nach Mais- und Zuckerrübenprodukten, vor allem auch aus den Vereinigten Staaten und den europäischen Kernmärkten. Ferner belebe sich das Geschäfte in Mittel-, Ost- und Südeuropa wieder deutlich, nachdem diese unter der Wirtschafts- und Finanzkrise besonders stark gelitten hätten. Auf dieser Basis bestätigte das Unternehmen die Prognosen für das Gesamtjahr. Der Umsatz soll demnach um rund zehn Prozent klettern und das operative Ergebnis von Steuern um Zinsen um 40 Prozent.

          Auf dieser Basis sind die Aktien des Unternehmens mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 14 und knapp 15 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr fair bewertet, nachdem sie sich in den vergangenen Monaten mit Kursgewinnen von bis zu 130 Prozent hatten vom Kursrückschlag des Jahres 2008 erholen können.

          Da die Erlös- und Ertragstrends des Unternehmens langfristig nach oben zeigen, werden die Aktien des Unternehmens bei größeren Kursrückschlägen automatisch interessant. Kurzfristig drängen sie sich angesichts des erreichten Kursniveaus und potentieller Belastungen im Zusammenhang mit genetisch verändertem Saatgut nur bedingt auf.

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