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Verluste für Anleger : Der Absturz der Promi-Fonds

„Mr. Dax“, wie er bald genannt wurde, hat dem Börsenhandel aber nun schon seit einigen Jahren entsagt und ist stattdessen als Vortragsreisender in eigener Sache unterwegs. Müller schreibt Bücher („Cashkurs“), sitzt in Talkshows und ja, auch er hat im April 2015 einen Aktienfonds unter seinem eigenen Namen auflegen lassen – den Dirk Müller Premium Aktien Fonds. 75 Millionen Euro haben ebenfalls vorwiegend Privatanleger in den Fonds investiert, auch das eine beachtliche Summe.

Marketingkonzept bei schlechtem Abschneiden in Gefahr

Ob Otte oder Müller – beide Börsenpromis profitieren davon, dass viele Anleger wohl fest an folgende Überlegung glauben: Wer in Talkshows in einfachen Worten über die Aktienmärkte reden kann, weiß auch, wie sich an der Börse am besten Geld verdienen lässt. Doch die Wahrheit ist: Dafür gibt es bislang überhaupt keine Anzeichen.

Dies gilt auch für den Dirk Müller-Fonds, der zugegebenermaßen mit weniger als anderthalb Jahren noch nicht lange am Markt ist. Seit Auflage, aber auch in diesem Jahr notiert der Fonds im Minus und schneidet zudem noch schlechter ab als der MSCI World. Die Lage ist sicher nicht ganz so ernst wie bei den Otte-Fonds, aber natürlich weiß auch Müller: Wenn sich die Schwäche ausweitet, gerät sein ganzes Marketingkonzept in Gefahr.

Anders als Otte hat sich Müller nicht zurückgezogen, sondern er ist dieser Tage in Skandinavien unterwegs, besucht diverse Aktiengesellschaften, prüft Investitionen. Aus Stockholm lässt er ausrichten. „Der Fonds erlebt nur eine kurzfristige Schwächephase. Entscheidend ist, wie er sich langfristig entwickeln wird.“

Ottes Fonds in den unteren zwei Prozent

Wohl wahr. Doch ob es ihnen gefällt oder nicht: Das, was die beiden Börsenpromis bei allen Unterschieden im Detail derzeit mit ihren Fonds abliefern, ist eine weitere Bestätigung der These des Ökonomie-Nobelpreisträgers Eugene Fama. Niemand – egal wie schlau er ist oder für wie schlau er sich hält – ist auf Dauer in der Lage, den Aktienmarkt zu schlagen.

Insbesondere die Otte-Fonds entwickeln sich derzeit aber zudem noch deutlich schlechter als viele andere Konkurrenten: Laut Berechnungen des Analysehauses Morningstar gehört vor allem Ottes „PI Global Value“ mit Blick auf die vergangen drei Jahre zu den ganz großen Verlierern. 98 Prozent der Fonds in der entsprechenden Vergleichsgruppe haben sich besser entwickelt. Auch die oft kritisierten professionellen Fondsmanager lassen Otte also weit hinter sich.

Ungewöhnliche Erklärung für Verluste

Eines allerdings kann man Max Otte und Dirk Müller nun wirklich nicht vorwerfen – dass sie in ihren Fonds nur einfach einen Aktienindex wie den Dax nachbilden würden. Dies tun nicht wenige Fondsmanager, weil sie es auf diese Weise zumindest vermeiden, höhere Verluste zu machen als der Index. In den Fonds-Ranglisten mag dies für einige Zeit zwar ganz gut aussehen. Tatsächlich aber grenzt es den Anlegern gegenüber an Arbeitsverweigerung, die ihre Gebühren ja für konkrete Anlageentscheidungen und nicht fürs Nachbauen von Aktienbarometern bezahlen.

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