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Sparen hilft nicht mehr : Die Inflation schlägt zu

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Klassisches Sparen hilft in einer Nullzinswelt nicht weiter. Auch für Dagobert Duck gibt es deshalb nur einen Ausweg: Aktien. Bild: Wolfgang Eilmes

Die Inflationsrate in Deutschland liegt bei vergleichsweise moderaten zwei Prozent im Jahr. Doch ihre Auswirkung auf die Sparguthaben ist groß. Es gibt aber einen langfristigen Inflationsschutz für Sparer.

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          Fast hat man sich daran gewöhnt. Jeden Monat veröffentlicht das Statistische Bundesamt die neuesten Zahlen zur jährlichen Inflation in Deutschland. Zuletzt lagen sie jeden Monat in Nähe eines Wertes von zwei Prozent. Im Mai betrug der Anstieg der Preise auf das Jahr gerechnet  2,2 Prozent, im Juli 2,1 Prozent und im Juli 2,0 Prozent. Größere Abweichungen nach oben oder nach unten seien für die nächsten Monate nicht zu erwarten, sagen Fachleute.

          Eine Inflationsrate von 2 Prozent hört sich zunächst einmal wenig bedrohlich an. In ihrer Geschichte hatten die Deutschen mit wesentlich höheren Raten zu kämpfen, und die meisten Zentralbanken der Welt haben mit einem Wert von zwei Prozent überhaupt kein Problem. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den Euroraum eine Inflationsrate von ungefähr zwei Prozent sogar explizit an.

          Trotzdem ist der derzeitige Anstieg aus Sicht von allen Sparern nun wirklich nicht als harmlos zu bezeichnen. Im Gegenteil: Die Geldentwertung hat zwar zu allen Zeiten Vermögen vernichtet, aber selten war die Wirkung vergleichsweise moderater Inflationsraten so verheerend wie derzeit. Dies hat mit einer besonderen Konstellation zu tun, die es so in Deutschland bislang nicht gab. Niemals zuvor trafen hierzulande eine höhere Inflationsrate und eine Nullzinsphase zusammen.

          Traditionelle Schutzinstrumente abhanden gekommen

          Seit Jahren hält die EZB den Leitzins bei null Prozent, aller Kritik zum Trotz. Zinsen auf dem Bankkonto gibt es darum schon längst nicht mehr, was zur bitteren Folge hat: Der jetzige Anstieg der Inflation schlägt voll auf das Ersparte durch.

          Die Deutschen sind sich der Gefahr durchaus bewusst. Wie der Historiker Werner Plumpe beschrieben hat, gibt es kein Volk der Welt, das die Inflation so fürchtet wie wir. Aber uns sind die traditionellen Schutzinstrumente abhanden gekommen: Klassisches Sparen hilft in einer Nullzinswelt nicht weiter.

          Es bleibt darum nur ein Ausweg. Die zögerlichen Deutschen müssen sich an Aktien herantrauen, wenn sie ihr Vermögen in diesen Zeiten schützen wollen. Dass dies bei vielen Widerstreben auslöst, ist verständlich. Auf kurze Frist sind Aktien eher unangenehme Wertpapiere, da ihre Kurse heftig schwanken können. Im langjährigen Durchschnitt aber kommt der Dax auf eine Rendite von rund acht Prozent pro Jahr. Auf lange Sicht gibt es darum keinen besseren Inflationsschutz als Aktien.

          Dennis Kremer
          Redakteur im Ressort „Wert“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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