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Chinesische Tech-Aktien : Nichts ist sicher

Alibabas Hauptquartier in Hangzhou Bild: Reuters

Was soll das harte Vorgehen der Pekinger Führung gegen Alibaba und andere Konzerne bezwecken? Mehr Wettbewerb – oder Verstaatlichung? In China ist nur die Unsicherheit sicher.

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          Dass Chinas Staat gegen Internetmonopole vorgeht, ist aus der Ferne betrachtet verständlich. Wer im Reich der Mitte online einkaufen will, kommt an Alibaba kaum vorbei. Bezahlen lassen sich die Waren auf dessen Plattformen nur mit Alipay, das vor seiner Abspaltung ebenfalls Teil des Konzerns war.

          Bei näherem Hinschauen wirkt die Härte, mit der Peking vor zwei Monaten fast über Nacht das Geschäft Alibabas und seiner schnell wachsenden Wettbewerber begonnen hat anzugreifen, jedoch von anderen Motiven getrieben. Offensichtlich will die Partei unter Xi Jinping die Technologiegiganten, von deren Diensten die Bevölkerung abhängig ist, unter ihre Kontrolle bringen.

          Im besten Fall könnte das bedeuten, dass sich Alibaba und Tencent künftig an neue Regeln für fairen Wettbewerb und finanzielle Stabilität halten müssen. Wahrscheinlich ist das jedoch nicht. Ob aber der schlimmste Fall eintritt, in dem die Unternehmen verstaatlicht würden, ist auch nicht ausgemacht. Einiges spricht dafür, dass Peking die Unternehmen auf informellere Weise gefügig machen will. Sicher ist jedoch nur die alte Erkenntnis, dass eben nichts sicher ist in China. Für Aktienkäufer sind das schlechte Aussichten.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

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