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Aktie auf Rekordhoch : Bechtle profitiert vom Zukauf

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Das Logo der IT-Firma Bechtle: Bei den Schwaben läuft es sehr gut. Bild: dpa

Beim schwäbischen IT-Dienstleister brummt das Geschäft. Das Unternehmen knackt nicht nur eine wichtige Umsatzmarke, auch an der Börse läuft es sehr gut.

          Die Übernahme der französischen Inmac WStore hat sich im ersten Quartal für den IT-Dienstleister Bechtle einmal mehr als Wachstumstreiber erwiesen. Erstmals in seiner Unternehmensgeschichte knackte das IT-Systemhaus zum Jahresauftakt die Umsatzmilliarde. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro .Auch ohne die Übernahme wäre Bechtle kräftig gewachsen - der Konzern bezifferte das organische Wachstum auf 15 Prozent.

          „Die Entwicklung im ersten Quartal war wirklich beeindruckend“, zeigte sich Vorstandschef Thomas Olemotz bei der Vorlage der Zahlen am Freitag in Neckarsulm zufrieden. Im Segment E-Commerce - zu dem das in Frankreich erworbene Unternehmen gehört - steigerte Bechtle das Wachstum um 54 Prozent. In Italien, Großbritannien und den Benelux-Ländern wuchs der Umsatz besonders stark. Auch im Systemhaus-Geschäft konnten die Erträge erneut zweistellig um 19 Prozent auf 782 Millionen Euro gesteigert werden.

          Beim Vorsteuerergebnis legten die Baden-Württemberger um 27 Prozent auf 45 Millionen Euro zu. Unter dem Strich stand ein Gewinn von knapp 31,7 (Vorjahr: 24,8) Millionen Euro. Olemotz blickt voller Zuversicht auf den weiteren Jahresverlauf. Der Ausblick wurde bestätigt, das Unternehmen will bei Umsatz und Ergebnis weiter kräftig zulegen. Konkrete Zahlen nannte er allerdings nicht. „Trotz der nach wie vor angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage sehen wir das erste Quartal als gute Grundlage.“

          Bechtle hilft Unternehmen beim Einrichten und Verwalten ihrer Informationstechnologie und betreibt einen Online-Shop für Produkte. In den vergangenen Jahren war das Unternehmen stark gewachsen. Die Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten und kamen bei den Investoren gut an.

          Die Baader Bank hat die Einstufung für Bechtle nach den Quartalszahlen auf „Buy“ mit einem Kursziel von 92 Euro belassen. „Bechtle hatte einen unerwartet starken Start ins Jahr 2019 und hat die Konsensschätzungen und unsere Erwartungen auf breiter Front geschlagen“, schrieb Analyst Knut Woller . In einem schwierigen konjunkturellen Umfeld habe das IT-Systemhaus das prozentual zweistellige Wachstum aus eigener Kraft der vergangenen zwei Jahre halten können. Er werde die Schätzungen nun erhöhen.

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          An der Börse kann der Aktienkurs von Bechtle am Freitag deutlich zulegen und verbucht ein Plus von mehr als 7 Prozent auf 99,40 Euro. Schon am Vortag war der Kurs auf ein Rekordhoch geklettert. Das Unternehmen mit seinen etwas mehr als 10.000 Mitarbeitern ist damit an der Börse rund vier Milliarden Euro wert. Vom Tief zum Jahresanfang bei etwa 62 Euro waren die Aktien bis Mitte April um rund 45 Prozent an die Marke von 90 Euro gestiegen.

          Anleger, die bereits vor zehn Jahren die Summe von 10.000 Euro in die Bechtle-Aktie investiert haben, schauen heute auf eine Depotgröße von 144.000 Euro. Aber auch in den vergangenen drei Jahren konnte man mit der Aktie gutes Geld verdienen. Der Kurs verteuerte um rund 80 Prozent. Mit einem geschätzten 2019er-KGV von 22 ist die Aktie angesichts der positiven Entwicklung noch moderat bewertet und seitens vieler Analysten ist die Aktie ebenfalls als Kauf eingestuft worden. HSBC hat Bechtle mit „Buy" und einem Kursziel von 106 Euro erst diese Woche in die Bewertung aufgenommen.

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