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Kolumne: „Frag den Mohr“ : Wie kann ich von teurerem Öl profitieren?

Basis für großen Reichtum: Ölpumpen in Texas Bild: dpa

Öl-Zertifikate sorgen mit Verlusten trotz steigendem Ölpreis für Ärger. Wer das umgehen will, braucht einen Öltanker.

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          Es ist immer frustrierend, wenn man an der Börse den richtigen Riecher hat, aber nicht finanziell davon profitiert. Das geht all jenen so, die schon immer wussten, dass Amazon einen Siegeszug feiern würde, aber nie deren Aktien gekauft haben. Oder die Zukunft in Wasserstoff und Elektroautos sehen, aber dann doch in der Geldanlage beim Sparbuch bleiben. Noch ärgerlicher ist es, wenn Anleger einen Preisanstieg erwarten, entsprechend investieren, der Preisanstieg auch kommt, aber sie nichts davon haben. Öl zum Beispiel. Ein Leser hielt den Absturz des Preises im Frühjahr für übertrieben, kaufte Zertifikate des Emittenten BNP Paribas mit der Kennnummer PS7WT1 auf einen steigenden Ölpreis, Öl wurde tatsächlich teurer, aber das Zertifikat nur sehr geringfügig. Vor einem Jahr kosteten das Fass WTI-Öl und das Zertifikat jeweils gut 50 Euro. Heute hat sich der Ölpreis wieder fast auf das alte Niveau erholt und kostet 44 Euro, das Zertifikat aber nur 15 Euro. Rollverluste sind die Erklärung.

          Daniel Mohr

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wer keine Flotte an Öltankern hat, um Öl günstig zu kaufen, zwischenzulagern und später wieder teuer zu verkaufen, der muss sich mit Terminkontrakten zufriedengeben. Die sichern eine Lieferung zu einem späteren Zeitpunkt zu, müssen aber rechtzeitig vor der tatsächlichen Lieferung (denn Öltanker sind immer noch nicht vorhanden) in einen Kontrakt mit späterem Liefertermin getauscht werden – in der Finanzwelt als „Rollen“ bezeichnet. Dabei entstehen je nach Marktsituation Verluste, und die waren in den Corona-Turbulenzen üppig wie nie zuvor.

          Wer das umgehen will, kann sein Glück mit rolloptimierten Zertifikaten probieren, zum Beispiel unter der Kennnummer PB6R1B der BNP Paribas. Ganz vermeiden lassen sich aber auch hier die Rollverluste nicht. Das Zertifikat ist zudem auf den Brent-Ölpreis. Da ist der Druck mit dem Rollen der Terminkontrakte nicht so hoch. Während es bei WTI einen Lieferzwang des Öls gibt, besteht bei Brent die Wahlmöglichkeit, sich auch in Geld statt Öl abfinden zu lassen. Alternativ können auch Ölaktien gekauft werden. Oder zumindest ein großer Heizöltank.

          Haben Sie Fragen rund um das Thema Geld? Gerne an unseren Redakteur Daniel Mohr unter fragdenmohr@faz.de

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