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Shortseller gegen Adler Group : Gefundenes Fressen

Immobilien von Adler Real Estate in Berlin Bild: Tobias Vollmer

Der Immobilienkonzern Adler ist in das Visier von Shortsellern geraten. Die treffen oft einen tatsächlich wunden Punkt.

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          Und wieder Fraser Perring. Am Donnerstag rauschte der Aktienkurs des Immobilienunternehmens Adler abermals kräftig nach unten. Seit Mittwoch hat sich der Wert an der Börse damit um mehr als ein Viertel verringert. Ist das der nächste Streich eines gut bekannten Leerverkäufers? Ist das die nächste Attacke auf ein S-Dax-Unternehmen, um sich dann am ausgelösten Börsencrash zu bereichern? Ausgeschlossen ist es nicht.

          Vielleicht ist dieses Muster aber auch zu kurz gesprungen. Fraser Perring, der hinter Viceroy steckt, hatte schon einst bei Wirecard auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam gemacht und damit den richtigen Riecher. Als der Shortseller im vergangenen Jahr dann zum Angriff auf Grenke Leasing blies, war der Vorstand gänzlich überrascht.

          Es stellte sich heraus, dass so manche Beschuldigung falsch war. Es trat aber auch zutage, dass das Unternehmen zu verschachtelt und in vielen Bereichen auch Dank des Gründers Wolfgang Grenke zu unübersichtlich geworden war. Grenke hat sich inzwischen neu sortiert.

          Dankbarkeit sollte Fraser Perring nicht erwarten, und das ist auch nicht angebracht, denn Shortseller verdienen in der Regel prächtig. Zudem bringen sie immensen Druck in ein Unternehmen, der dann durch weitere Börsenspekulation verstärkt wird. Es liegt aber auch an den Unternehmen selbst, ihre Bilanzen in Ordnung zu halten und Strukturen in der Führung immer wieder zu hinterfragen. Denn genau dort liegt oft das gefundene Fressen für die Shortseller.

          Inken Schönauer
          Redakteurin in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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