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Streit um die drei Streifen : Adidas-Aktienkurs fällt nach Markenurteil

  • Aktualisiert am

Adidas-Schuhkartons mit den populären drei Streifen Bild: Reuters

Adidas verliert einen Rechtsstreit um seine drei Streifen, woraufhin der Kurs ins Minus dreht. Doch für die Aktie dürften andere Themen wichtiger sein – etwa der Handelsstreit.

          Der Aktienkurs des Sportartikelherstellers Adidas hat nach einem Gerichtsurteil vom heutigen Vormittag 1,81 Prozent verloren. Der Rechtsstreit vor dem Europäischen Gericht in Luxemburg betrifft die bekannten drei Streifen und damit nichts weniger als den Markenkern des Unternehmens, auch wenn Adidas betont, dass es nur um eine spezielle Version des Logos gehe.

          Für viele Aktionäre war das Urteil scheinbar Grund genug, ihre Anteilsscheine zu verkaufen. Sie dürften damit jedoch nur eine Gelegenheit genutzt haben, kurzfristig Gewinne mitzunehmen. Der Aktienmarkt hatte am Tag davor zugelegt, weil Notenbankpräsident Mario Draghi eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Aussicht stellte.

          Zölle würden Adidas treffen

          Nach Ansicht eines Aktienanalysten einer großen deutschen Bank ist das Gerichtsurteil im Markenstreit jedoch nicht kursrelevant. Es gebe andere Themen, die für den Aktienkurs von Adidas viel wichtiger seien. Dazu zählt der Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China.

          Adidas-Chef Kasper Rorsted hat dazu in einem am Montag veröffentlichten Interview Beruhigendes mitgeteilt. „Der Handelskonflikt ist für uns nicht existenzbedrohend“, sagte Rorsted dem Handelsblatt. Mögliche Zölle würden Adidas zwar treffen, schlaflose Nächte habe er deswegen jedoch nicht.

          ADIDAS

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          Amerikas Präsident Donald Trump will mit höheren Zöllen Unternehmen dazu zwingen, in den Vereinigten Staaten zu produzieren, um dort Arbeitsplätze zu schaffen. Rorsted bezeichnete das als Illusion, weil es in den USA kein Personal für die Schuhproduktion gebe.

          Die Adidas-Aktie hat Anleger in den vergangenen Jahren mit Kursrekorden und hohen Gewinnausschüttungen erfreut. Rorsted betonte jedoch, dass Aktienkurse nicht nachhaltig seien und Adidas trotz hoher Dividenden im vergangenen Jahr 1000 Mitarbeiter eingestellt und so viel Geld für Marketing ausgegeben habe wie noch nie.

          Für Marken wie Adidas dürften Raubkopien etwa aus Asien oder Osteuropa eine größere Bedrohung darstellen als der Rechtsstreit mit dem spanischen Textilunternehmen. Populäre Marken können durch Gerichtsentscheidungen sogar eine noch höhere Bekanntheit gewinnen – auch wenn das Urteil wie im Fall Adidas gegen sie ausfällt.

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