https://www.faz.net/-gv6-9o6n1

Streit um die drei Streifen : Adidas-Aktienkurs fällt nach Markenurteil

  • Aktualisiert am

Adidas-Schuhkartons mit den populären drei Streifen Bild: Reuters

Adidas verliert einen Rechtsstreit um seine drei Streifen, woraufhin der Kurs ins Minus dreht. Doch für die Aktie dürften andere Themen wichtiger sein – etwa der Handelsstreit.

          Der Aktienkurs des Sportartikelherstellers Adidas hat nach einem Gerichtsurteil vom heutigen Vormittag 1,81 Prozent verloren. Der Rechtsstreit vor dem Europäischen Gericht in Luxemburg betrifft die bekannten drei Streifen und damit nichts weniger als den Markenkern des Unternehmens, auch wenn Adidas betont, dass es nur um eine spezielle Version des Logos gehe.

          Für viele Aktionäre war das Urteil scheinbar Grund genug, ihre Anteilsscheine zu verkaufen. Sie dürften damit jedoch nur eine Gelegenheit genutzt haben, kurzfristig Gewinne mitzunehmen. Der Aktienmarkt hatte am Tag davor zugelegt, weil Notenbankpräsident Mario Draghi eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Aussicht stellte.

          Zölle würden Adidas treffen

          Nach Ansicht eines Aktienanalysten einer großen deutschen Bank ist das Gerichtsurteil im Markenstreit jedoch nicht kursrelevant. Es gebe andere Themen, die für den Aktienkurs von Adidas viel wichtiger seien. Dazu zählt der Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China.

          Adidas-Chef Kasper Rorsted hat dazu in einem am Montag veröffentlichten Interview Beruhigendes mitgeteilt. „Der Handelskonflikt ist für uns nicht existenzbedrohend“, sagte Rorsted dem Handelsblatt. Mögliche Zölle würden Adidas zwar treffen, schlaflose Nächte habe er deswegen jedoch nicht.

          ADIDAS

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Amerikas Präsident Donald Trump will mit höheren Zöllen Unternehmen dazu zwingen, in den Vereinigten Staaten zu produzieren, um dort Arbeitsplätze zu schaffen. Rorsted bezeichnete das als Illusion, weil es in den USA kein Personal für die Schuhproduktion gebe.

          Die Adidas-Aktie hat Anleger in den vergangenen Jahren mit Kursrekorden und hohen Gewinnausschüttungen erfreut. Rorsted betonte jedoch, dass Aktienkurse nicht nachhaltig seien und Adidas trotz hoher Dividenden im vergangenen Jahr 1000 Mitarbeiter eingestellt und so viel Geld für Marketing ausgegeben habe wie noch nie.

          Für Marken wie Adidas dürften Raubkopien etwa aus Asien oder Osteuropa eine größere Bedrohung darstellen als der Rechtsstreit mit dem spanischen Textilunternehmen. Populäre Marken können durch Gerichtsentscheidungen sogar eine noch höhere Bekanntheit gewinnen – auch wenn das Urteil wie im Fall Adidas gegen sie ausfällt.

          Weitere Themen

          Eurokurs verliert gegenüber wichtigen Währungen

          Devisenmarkt : Eurokurs verliert gegenüber wichtigen Währungen

          Die Aussicht auf noch billigeres Geld von der Europäischen Zentralbank lässt den Schweizer Franken steigen. Auch der Dollarkurs legt dank der Schuldenbremse in Amerika zu. Das britische Pfund aber gibt seine Gewinne wieder ab.

          Topmeldungen

          Boris Johnson und die EU : Trotz allem – Partner

          In Brüssel hat man Boris Johnson in unangenehmer Erinnerung behalten. Dennoch sollten die „Europäer“ ihm, wo immer möglich, die Hand reichen – nur zu einem nicht.
          Laut Sebastian Kurz habe es sich bei der Datenvernichtung um einen „normalen Vorgang“ gehandelt.

          Datenträger geschreddert : Kurz und der Reißwolf

          Der damalige österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz ließ nach dem Platzen der Koalition mit der rechten FPÖ durch einen Mitarbeiter inkognito Daten vernichten. Warum?

          Greta Thunberg in Paris : Macrons Worte sind ihr zu wenig

          Für ihre kurze Rede erhält die Klimaaktivistin in der französischen Nationalversammlung viel Applaus, besonders aus Macrons Partei – obwohl Thunberg den Präsidenten zuvor kritisiert hat.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.