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ADB-Tagung in Fidschi : Asien fürchtet Klimawandel und Verschmutzung der Meere

Das Funafuti-Atoll, Teil des Inselstaates Tuvalu im Pazifik, auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2007 Bild: AFP

Der Klimawandel bedroht die Pazifik-Staaten besonders. Die Asiatische Entwicklungsbank will Wirtschaft und Politik zum Kursschwenk bewegen – mit einem Milliardenpaket.

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          Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) schnürt ein Finanzpaket, um eine nachhaltige Bewirtschaftung der Meere zu unterstützen und die Folgen des Klimawandels im Pazifik zu kontern. „Der Wohlstand unserer Region hängt an gesunden Ozeanen“, sagte ADB-Präsident Takehiko Nakao beim Jahrestreffen der Bank auf Fidschi. Für die Inseln mit nur gut 900.000 Einwohnern, deren exklusive Wirtschaftszone aber mehr als dreimal so groß ist wie die deutsche, ist es die größte Konferenz ihrer Geschichte. „Wir sitzen hier im Zentrum des Klimawandels. Aber auch Bangladesch, der Mittelmeerraum oder die Küste Amerikas werden durch ihn berührt“, warnte Fidschis Ministerpräsident Frank Bainimarama am Morgen bei der Eröffnung der Konferenz.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Auf mittlere Sicht soll sie die Tür öffnen, um auch „die Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank“ nach Fidschi zu holen, sagte Bainimarama. Die Hotellerie macht schon 40 Prozent der Wirtschaftsleistung der Inseln aus; das Konferenzgeschäft ist der logische nächste Schritt der Entwicklung. Doch hängt auch das an sicheren Lebensbedingungen. Die aber sind durch den Klimawandel bedroht. So steigt der Meeresspiegel um Kiribati im Nordosten Fidschis um jährlich 2,9 Millimeter. Das führt zu einer Ballung der Bevölkerung auf jenen Inseln, die sicher erscheinen.

          Tropische Wirbelstürme nehmen zu, die Schäden werden größer: Zyklon Evan etwa radierte über Nacht 30 Prozent der Wirtschaftsleistung von Samoa aus. Die ADB veranschlagt die Kosten durch den Klimawandel 2100 auf 15 Prozent der Wirtschaftsleistung von Papua-Neuguinea, ein Zehntel derjenigen von Timor-Leste, 6 Prozent für Vanuatu und 4 Prozent für Fidschi.

          Keine Fische mehr

          „Wenn wir nicht sofort handeln, werden bis 2050 rund 90 Prozent aller Korallenriffe in Asien-Pazifik tot sein, und es wird keine Fische für den kommerziellen Fang mehr geben“ warnte Nakao. „Asien-Pazifik ist das Epizentrum für die Verschmutzung der Gewässer mit Plastik. Sie belastet die Produktivität der Meereswirtschaft, die entscheidend zum Abbau von Armut ist.“ Zehn Flüsse der Welt transportieren bis zu 95 Prozent des Plastiks in die Meere. Acht dieser Ströme fließen in Asien. Rund 8 Millionen Tonnen Plastik landen jährlich in den Ozeanen. 80 Prozent der Abwässer Asiens laufen zudem ungeklärt in Flüsse und Meere.

          Die ADB stellt nun für die nächsten fünf Jahre 5 Milliarden Dollar zur Verfügung. Was sich angesichts der Größe der Aufgabe zunächst nach einer überschaubaren Summe anhört, wird durch private Mittel und weitere Förderer aufgestockt. „Bei vergleichbaren Programmen haben wir das Fünf- bis Zehnfache bekommen“, sagt Bruce Dunn, der für die ADB das Thema Klimawandel bearbeitet – es könnten also bis zu 50 Milliarden Dollar zusammenkommen, wenn Geschäftsbanken Chancen für attraktive Projekte finden. Rund 2 Milliarden Dollar der nun genannten Summe hatte die Bank zuvor schon Projekten zum Klimaschutz gewidmet.

          Viele Ansätze nötig

          Dunn will nicht nur etwa den Ausbau von Häfen fördern, die auch bei steigendem Wasserpegel funktionieren. Es geht um die Abwässer der Landwirtschaft, die mit Düngemittel oder Pestiziden belastet sind, es geht um nachhaltigen Tourismus, es geht aber auch um den Kampf gegen illegales Fischen. Das alles ist besonders schwierig dann, wenn Regierungen nicht funktionieren, Korruption und Steuerflucht grassieren.

          Indonesien, so dessen Planungsminister Bambang Brodjonegoro, sehe keinen anderen Weg, als Steuern auf Einwegplastik zu erheben. Mit mehr als 3 Millionen Tonnen Plastikabfall ist die weltweit drittgrößte Demokratie der zweitgrößte Verschmutzer der Meere nach China. Dunn kann sich zugleich Steuernachlässe für solche Firmen vorstellen, die sich umweltgerecht verhalten.

          Andrew Steer, nach einer Karriere bei der Weltbank Präsident des World Resources Institute, betonte, dass die Meere jährlich rund 2,5 Billionen Dollar zur Wirtschaftsleistung der Welt beitrügen. Der World Wildlife Fund (WWF) hatte den wirtschaftlichen Wert der Meere 2015 auf 24 Billionen Dollar taxiert. Kiribati hat inzwischen ein Meeresgebiet größer als Deutschland unter Schutz gestellt.

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