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AB Inbev : Weltgrößter Bierbrauer will Asien-Geschäft separat an die Börse bringen

Carlos Brito: Chef des Brauereiriesen AB Inbev Bild: Reuters

Seit der Übernahme seines früheren Hauptrivalen sitzt AB Inbev auf einem gewaltigen Schuldenberg. Der Verkauf eines kleinen Anteils seines Asiengeschäfts könnte Milliarden in die Kasse spülen.

          Der Bierkonzern Anheuser-Busch Inbev will einen Minderheitsanteil seiner Asiensparte verkaufen. Das Unternehmen bestätigte am Dienstag Pläne, sein Asiengeschäft separat an die Börse bringen zu wollen. Die Aktien der Tochtergesellschaft sollen nach den Plänen des Managements an der Börse in Hongkong gelistet werden. Im Zuge des Börsengangs könnte die Sparte mit insgesamt 40 bis 70 Milliarden Dollar bewertet werden, der Verkauf eines Minderheitsanteils könnte AB Inbev demzufolge mehr als 5 Milliarden Dollar in die Kasse spülen. Das zumindest hatten Insider der Nachrichtenagentur Bloomberg gesagt, als im Januar die ersten Gerüchte durchgesickert waren.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          AB Inbev könnte das Geld zum Abbau seiner hohen Schulden sehr gut gebrauchen. Denn seit der Großübernahme seines früheren Hauptkonkurrenten SAB Miller für mehr als 100 Milliarden Dollar im Jahr 2016 sitzt der Biergigant auf einem riesigen Schuldenberg. Nachdem die Ratingagentur Moody‘s die Kreditwürdigkeit des Konzerns im Herbst herabgestuft hatte, entschied das Management im vergangenen Oktober, die Dividende für seine Aktionäre zu halbieren, um die Schulden schneller abzuzahlen. Das spart dem Unternehmen rund 4 Milliarden Dollar im Jahr. Mit der Übernahme hatte AB Inbev freilich auch seine globale Vormachtstellung nochmals deutlich ausgebaut. Mehr als jedes vierte Bier auf der Welt wird seither in einer Brauerei des Konzerns gebraut. 7 der 10 wertvollsten Biermarken gehören dem Konzern, darunter etwa Budweiser, Bud Light, Corona und Stella Artois.

          In Deutschland tut sich AB Inbev schwer

          Auf die Sparte Asien-Pazifik entfallen bislang rund 18 Prozent der Bierverkäufe des Konzerns und rund 14 Prozent des bereinigten operativen Gewinns. Der Börsengang der Tochtergesellschaft in Hongkong soll der Asien-Sparte auch mehr Flexibilität bringen, lokale Partner zu finden. Ziel sei es, „einen „regionalen Champion“ zu schaffen, sagte Finanzchef Felipe Dutra in einer Telefonkonferenz. Er zog einen Vergleich zur brasilianischen Tochtergesellschaft, an der AB InBev noch knapp 62 Prozent halte. Sie sei mittlerweile in 16 Ländern aktiv.

          In Deutschland tut sich AB Inbev indes schwer. Zwar besitzt der Konzern auch hierzulande namhafte Marken wie Beck‘s und Franziskaner, doch der deutsche Markt wird noch immer von Familienunternehmen wie Krombacher, Oettinger, Bitburger und Veltins dominiert. AB Inbev ist hierzulande auch mit dem Versuch gescheitert, seine beiden Traditionsmarken Diebels und Hasseröder zu verkaufen.

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