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Ab 100.000 Euro : Commerzbank zieht bei Negativzinsen die Zügel an

Die Commerzbank sieht die Verwahrung von Geld für andere als eine Dienstleistung an, für die man auch Geld nehmen kann. Bild: AP

Die Commerzbank verschärft ab Donnerstag ihre Regelung zu Negativzinsen für Privatkunden. Neukunden müssen von 100.000 Euro an 0,5 Prozent Verwahrentgelt zahlen. Mit Bestandskunden wird verhandelt.

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          Die Commerzbank verschärft von Donnerstag an ihre Regelung zu Negativzinsen für Privatkunden. Wie ein Sprecher der Bank am Montag der F.A.Z. sagte, soll künftig für Neukunden eine Grenze von 100.000 Euro an gelten, von der an 0,5 Prozent Verwahrentgelt gezahlt werden müssen. Bislang hatte diese Grenze bei großzügigen 250.000 Euro gelegen. Die Commerzbank passt sich damit in etwa der Regelung der Deutschen Bank an, von der auch ihr neuer Vorstandschef Manfred Knof kommt.

          „Geldverwahrung ist eine Dienstleistung“

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Commerzbank-Sprecher versicherte, die Bank habe aktuell nicht vor, Verwahrentgelte an die große Mehrheit ihrer Privatkunden weiterzugeben. „Klar ist aber auch: Die sichere Verwahrung von Einlagen stellt eine Dienstleistung der Bank dar, für die ein Entgelt anfallen kann“, meinte der Banksprecher.

          Primäres Ziel der Commerzbank bei der Verschärfung dieser Regelung sei dabei nicht die Erhebung eines solchen Verwahrentgeltes, sondern die Beratung und Umschichtung in andere Anlageformen: „Dies ist auch im Interesse unserer Kunden.“ Grundsätzlich müsse sich jeder Anleger überlegen, ob er seine Einlagen unverzinst auf seinem Konto belasse. „Gemeinsam mit dem Berater werden deshalb Alternativen besprochen“, kündigte der Banksprecher an. „Am Ende geht es darum, Lösungen zu finden, die für beide Partner sinnvoll sind.“

          Mit Bestandskunden wird verhandelt

          Während mit Neukunden vom 1. Oktober an nur noch Freibeträge für Verwahrentgelte in Höhe von 100.000 Euro vereinbart würde, gelte für Bestandskunden, dass die Höhe des Entgeltes immer individuell im Kundengespräch vereinbart werde. Vor allem wolle die Bank Bestandskunden ansprechen, die ein Einlagenvolumen von mehr als 1 Million Euro hätten, beruhigte der Banksprecher etwas. Bereits in der vergangenen Woche hatte das Internetportal Biallo davon berichtet, dass bei der Commerzbank Änderungen der Freigrenzen für Negativzinsen anstünden. 

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