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Immobilienfinanzierer : Aareal Bank und Pfandbriefbank planen Dividenden-Nachschlag

Der Hauptsitz der Aareal Bank in Wiesbaden Bild: imago images/Jörg Halisch

Die Aktionäre sollen im Herbst weitere Ausschüttungen für das Jahr 2020 erhalten.

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          Die einzigen beiden an der Börse notierten deutschen Immobilienfinanzierer planen für den Herbst einen Dividenden-Nachschlag. Das teilte die Aareal Bank am Donnerstag mit, als das Wiesbadener Institut die endgültigen Zahlen für das zweite Quartal veröffentlichte. Vorab hatte die Bank darüber schon am 3. August berichten müssen, weil eine Sonderbelastung den Gewinn drückte. Nichtsdestotrotz fiel das Konzernergebnis mit 33 Millionen Euro doppelt so hoch aus wie im Vorjahresquartal. Trotz hoher Risikovorsorge erwartet der Vorstand das Betriebsergebnis im laufenden Jahr in einer Spanne von 100 bis 175 Millionen Euro nach einem Vorjahresverlust von 75 Millionen Euro.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Zuversicht zeigt sich auch darin, dass die Aktionäre in einer außerordentlichen Hauptversammlung im vierten Quartal eine weitere Ausschüttung von 1,10 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2020 beschließen sollen. Grund dafür ist die Entscheidung der Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank (EZB), die Beschränkungen der Dividendenausschüttungen zum 30. September aufzuheben. Zunächst hatte die Aareal Bank für 2020 eine Dividende von lediglich 0,40 Euro je Aktie gezahlt. Die EZB hatte den Banken Ausschüttungen nur in einem begrenzten Umfang genehmigt. Nun fallen auch diese Einschränkungen weg.

          AAREAL BANK

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          Den Rahmen hatte die Pfandbriefbank (pbb) im Frühjahr mit der Ausschüttung von 0,26 Euro je Aktie, die 36 Prozent des den Stammaktionären zurechenbaren Gewinns nach Steuern entsprechen, schon ausgeschöpft. Nun plant das Institut, das aus den gesunden Resten der vom Staat aufgefangenen Hypo Real Estate (HRE) hervorgegangen ist, eine weitere Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2020. Der Dividenden-Nachschlag dürfte ähnlich hoch ausfallen wie die Ausschüttung im Frühjahr. Der pbb-Vorstand will grundsätzlich 50 Prozent des Nettogewinns als reguläre Dividende und 25 Prozent als Sonderdividende ausschütten.

          Positive Bilanz mit pbb

          Davon wird der Bund als pbb-Aktionär wohl nicht mehr profitieren. Wie die dem Bundesfinanzministerium unterstellte Finanzagentur am Donnerstag mitteilte, soll das verbliebene Aktienpaket von 3,5 Prozent marktschonend an der Börse verkauft werden. Beim Börsengang des Münchner Immobilienfinanzierers im Jahr 2015 hatte sich der deutsche Staat schon von 80 Prozent seiner Anteile getrennt. Weitere 16,5 Prozent waren 2018 veräußert worden. „Bereits die aus den Transaktionen 2015 und 2018 für den FMS erzielten Erlöse übersteigen die der pbb zugeführten Gelder, sodass mit Blick auf die pbb eine positive Bilanz gezogen werden kann“, erklärte die Finanzagentur.

          DT. PFANDBRIEFBK AG

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          Die FMS Wertmanagement ist die staatliche Abwicklungsbank der HRE. Mit den beiden vorangegangenen Anteilsverkäufen hat sie 2,5 Milliarden Euro eingenommen, während 2,3 Milliarden Euro als Kapitalspritze in die pbb geflossen sind. Insgesamt ist die HRE-Schieflage für den Steuerzahler ein Verlustgeschäft. Noch immer steht eine Kapitalmaßnahme von 7,6 Milliarden Euro im Feuer. Verluste der HRE-Bad-Bank FMS mussten in Höhe von 9,3 Milliarden Euro ausgeglichen werden, davon allein 8,9 Milliarden Euro für griechische Staatsanleihen.

          Mit einem Kursgewinn von 9,1 Prozent liegt die Aktie der Aareal Bank in diesem Jahr vor der pbb mit plus 8,2 Prozent. Am Donnerstag gab der Aareal-Kurs um 1,9 Prozent nach, während sich der Titel der pbb bei 9,51 Euro halten konnte.

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