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Entlastung für Dax-Konzerne : 380 Milliarden Euro Pensionsverpflichtungen

Bill McDermott ist Vorstandschef von SAP. Bild: dpa

Zwei Dinge haben den großen börsennotierten Konzernen in Deutschland in die Karten gespielt: der leichte Zinsanstieg und die Aktienkursgewinne. Das hier ist das Ergebnis.

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          Zwei Markttrends des vergangenen Jahres haben den großen börsennotierten Konzernen in Deutschland in die Karten gespielt: der leichte Zinsanstieg und die Aktienkursgewinne. Diese beiden Effekte haben dazu geführt, dass der Wert der Pensionsverpflichtungen aller 30 Dax-Konzerne innerhalb des vergangenen Jahres um rund 16 Milliarden gefallen und gleichzeitig das Planvermögen der Unternehmen um denselben Wert gestiegen ist. Nachdem die Verpflichtungen im Vorjahr noch knapp unter der Marke von 400 Milliarden Euro gelegen hatten, erreichten sie nun nach einer Schätzung des Beratungsunternehmens Mercer, die der Frankfurter Allgemeinen Zeitung exklusiv vorliegt, 380 Milliarden Euro.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Für die Konzerne bedeutet dies eine Entlastung von zwei Seiten: Um den aktuellen Wert ihrer Verpflichtungen zu ermitteln, greifen sie nach den internationalen Bilanzierungsregeln IFRS auf einen synthetischen Rechnungszinssatz zurück, der aber nicht dem tatsächlichen Zins im Bestand des jeweiligen Unternehmens entsprechen muss. Dieser ist im Jahr 2017 von 1,7 auf 1,9 Prozent gestiegen. Da die Verpflichtungen mit diesem Satz abgezinst werden, führt ein steigender Zins zu einer bilanziell geringeren Last.

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