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Deutsche Bank : Hohe Strafen wegen angeblicher Manipulationen

Die Deutsche Bank muss vorsorgen. Bild: Röth, Frank

Juristische Altlasten kosten die Deutsche Bank immer mehr Geld. Zudem drohen der Bank weitere Strafen wegen angeblicher Manipulationen am Devisenmarkt. Den Stresstest der EZB soll sie aber bestanden haben, im Gegensatz zu 25 anderen Instituten.

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          Die Deutsche Bank hat im dritten Quartal für Rechtsstreitigkeiten 894 Millionen Euro aufwenden müssen. Das teilte das Institut am Freitagabend mit. Die Meldung erfolgte im Vorgriff auf die am Sonntag anstehende Veröffentlichung der Stresstestergebnisse durch die Europäische Zentralbank (EZB). Am kommenden Mittwoch wird die Deutsche Bank ihre Ergebnisse im dritten Quartal veröffentlichen. Der Aufwand für die Rechtsrisiken dürfte überwiegend in die dafür gebildeten Rückstellungen fließen. Diese hatten Ende Juni 2,2 Milliarden Euro betragen.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Analysten rechneten bislang mit einem Vorsteuergewinn der Deutschen Bank vor Aufwand für Rechtsstreitigkeiten im dritten Quartal von rund einer Milliarde Euro. Auf dieser Basis blieben nur rund 100 Millionen Euro übrig, was deutlich niedriger wäre als die im zweiten Quartal erzielten 917 Millionen Euro. Die beiden Ko-Vorstandsvorsitzenden Anshu Jain und Jürgen Fitschen wollen vor allem die Verhandlungen mit den amerikanischen und britischen Aufsichtsbehörden wegen der Absprachen bei Referenzzinsen wie dem Libor abschließen. Der Bank drohen aber noch weitere Strafen wegen angeblicher Manipulationen am Devisenmarkt sowie Embargoverstößen in den Vereinigten Staaten. Der Quartalsaufwand für Rechtsrisiken wäre am Sonntag aus den Stresstestergebnissen ableitbar gewesen. In den ersten sechs Monaten hatte die Bank ihre Rückstellungen dafür um 470 Millionen Euro aufgestockt. Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte Finanzkreise, wonach die Deutsche Bank den Stresstest ohne Probleme geschafft haben soll. Sie sei in dem simulierten Krisenfall auf eine harte Kernkapitalquote von 8,8 Prozent gekommen. Zum Bestehen wären 5,5 Prozent erforderlich gewesen.

          Im Stresstest der EZB soll bei rund zehn Banken eine Kapitallücke festgestellt worden sein. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag. Insgesamt sollen 25 Institute den Bilanztest zum Stichtag 31. Dezember 2013 nicht bestanden haben. Jedoch sollen die meisten die Lücke inzwischen durch Kapitalerhöhungen oder Risikoabbau geschlossen haben.

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