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Keine Freiheitsstrafe : 21-Jähriger drehte Sparkasse falsche Goldbarren an

Handelsübliche Goldbarren Bild: dpa

Obwohl er der Sparkasse Göttingen falsches Edelmetall für 300.000 Euro verkaufte, kommt ein Jugendlicher vor Gericht mit einem blauen Auge davon.

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          Der Handel mit gefälschten Edelmetallen hat schon manchen Übeltäter ins Gefängnis gebracht. Am Freitag hat ein Jugendschöffengericht in Göttingen, angesiedelt beim dortigen Amtsgericht, einen 21 Jahre alten Auszubildenden wegen gewerbsmäßigen Betrugs verurteilt. Der Fall, über den auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet hat, stieß in ganz Deutschland auf Interesse.

          Marcus Jung
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Unter der Vorgabe einer angeblichen Erbschaft hatte der Mann im Alter von 18 Jahren der Sparkasse Göttingen mehr als 270 laienhaft nachgemachte Goldbarren angedreht. Das Kreditinstitut fiel, offenkundig auch wegen mangelnder Kontrolle, auf den Schwindel herein – und zahlte 300.000 Euro für das mutmaßliche Massivgold.

          In dem Fall soll die Goldschicht aber so dünn und stümperhaft von dem Täter aufgebracht worden sein, dass ein einfaches Kratzen an der Oberfläche ausgereicht hätte, dem Betrug auf die Schliche zu kommen. Unter anderem dieser Umstand und das höchst fahrlässige Handeln der Bankangestellten bewog das Gericht dazu, von einer Verhängung der Freiheitsstrafe abzusehen.

          Jugendstrafe nur im Wiederholungsfall

          Laut Nachrichtenagentur dpa sagte die Vorsitzende Richterin in Göttingen, dass über eine mögliche Strafe abermals verhandelt werden müsse, wenn der Mann in den kommenden zwei Jahren abermals straffällig werde. Damit folgte das Jugendschöffengericht den Anträgen der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung. Das Amtsgericht war am Freitag nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen.

          Weil der Mann zur Tatzeit noch keine 21 Jahre alt und damit ein Heranwachsender war, konnte über seine Taten nach Jugendstrafrecht verhandelt werden. Daher ergab sich Möglichkeit der hier vom Jugendschöffengericht gewählten Entscheidung; über eine tatsächliche Jugendstrafe und deren Höhe muss nur entschieden werden, wenn sich die schädlichen Neigungen des jungen Mannes wiederholen.

          Blamage für Sparkasse

          In dem Fall gab die Sparkasse Göttingen mehrfach keine gute Figur ab. Zunächst erkannte sie den Betrug nicht, dem sie aufgesessen war. Einige Goldbarren verkaufte sie sogar weiter. 49 Barren gingen an die Landesbank Nord LB nach Hannover, diese wiederum gab das vermeintliche Edelmetall an die Landesbank Baden-Württemberg ab. Erst dort fand eine eingehende Überprüfung des „Falschgolds“ statt. Das Verfahren gegen den Fälscher brachte wiederum die Sparkasse selbst mit einer Strafanzeige ins Rollen, weil sie wegen hoher Einzahlungen des Mannes von einer möglichen Geldwäsche ausging.

          Ihre zivilrechtlichen Ansprüche hat die Bank bereits mit dem jungen Mann in einem Vergleich geklärt. Daraufhin hatte die Sparkasse Göttingen auch ihren sogenannten Adhäsionsantrag in der Jugendstrafsache zurückgenommen. Ansonsten wären etwaige Schadenersatzansprüche gegen den Täter auch in dem Betrugsverfahren mitverhandelt worden.

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