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150 Jahre Mark : Der Glanz des Goldes

20 Mark im Jahr 1871 Bild: Numismatische Sammlung der Deuts

Vor 150 Jahren entstand mit der Einführung der Mark die erste deutsche Währungsunion. Ihre wechselvolle Geschichte zeigt, dass sich auch die stabilste Währung ruinieren lässt.

          8 Min.

          Vor genau 150 Jahren beschritt Deutschland mit einem Gesetz zur Ausgabe von Reichsgoldmünzen den Weg zur Mark als nationaler Währung. Anders als bei der Europäischen Währungsunion ging damals die Politische Union der Währungsunion voraus. Mit seiner Goldwährung verzichtete Deutschland allerdings in der Geldpolitik auf volle währungspolitische Souveränität, denn das wichtigste Ziel der damaligen Politik bestand in der Sicherstellung des Wertes der deutschen Währung im damals auf Gold beruhenden Weltwährungssystem. Der Goldstandard, der Deutschland über einige Zeit eine leichte Deflation, aber keine schlimme Inflation bescherte, fand sein Ende im Ersten Weltkrieg, als die Staaten die Goldbindung ihrer Währung aufgaben, um mit der Notenpresse Staatsausgaben zu finanzieren. Wenige Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs endete das Leben der 1871 geschaffenen Mark in der Hyperinflation des Jahres 1923.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

          Der Weg zur Mark als Nukleus der deutschen Währungsunion war steinig und kompliziert; der unruhige und unstete Lebensweg der Mark spiegelt die durch mehrere Brüche gekennzeichnete Geschichte Deutschlands.

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