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„In Euro sind das . . .“ : 12,3 Milliarden D-Mark noch im Umlauf

Nicht jeder D-Mark-Schein wurde 2002 eingetauscht. Bild: dpa

20 Jahre gibt es sie als gesetzliches Zahlungsmittel nicht mehr. Zusammengezählt ergäbe der Wert der ausstehenden D-Mark noch eine hübsche Summe. Alte Scheine können nicht nur durch Umtausch zu Geld gemacht werden.

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          6,31 Milliarden Euro: So viel sind die noch ausstehenden D-Mark-Scheine und -Münzen nach der Statistik der Bundesbank heute wert. Der klischeehafte Aufbewahrungsort alter Scheine wäre unter Opas Matratze. Oder vielleicht zwischen den Seiten eines Romans von literarisch und physikalisch großem Gewicht, den man im Regal der Eltern unter einer großen Staubschicht gesehen hat und den man ganz sicher lesen werde, wäre da nicht die nächste Knüllerserie auf Netflix. Wahrscheinlich ist in diesen Verstecken mittlerweile aber weniger zu holen, als man vielleicht annimmt. Nach 20 Jahren Euro ist der Wert der ausstehenden Münzen und Scheine auf 12,35 Milliarden D-Mark geschrumpft. 5,75 Milliarden davon entfielen zum 31. Dezember 2021 auf Banknoten, 6,6 Milliarden auf Münzen.

          Gregor Brunner
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Bundesbank rechnet damit, dass das meiste heutzutage noch ausstehende D-Mark-Bargeld heute vergessen sein dürfte. Tatsächlich stammen viele D-Mark-Einreichungen bei der Bundesbank – welche momentan nur postalisch vonstattengehen können, da die Filialen der Bundesbank pandemiebedingt geschlossen sind – aus Erbfällen. Vergraben im Garten, in Abflussrohren verstaut und in Vorhängen eingenäht, werden die vergessenen Schätze und Notnägel per Zufall von Erben gefunden. Neben dauerhaft verlorenen oder zerstörten D-Mark – die nicht in den Statistiken erfasst werden – vermutet die Bundesbank einen beträchtlichen Teil des alten Geldes im Ausland. „In Osteuropa war die D-Mark aufgrund ihres stabilen Werts als Zahlungs- und Wertaufbewahrungsmittel sehr beliebt“, begründet Johannes Beermann, im Vorstand der Bundesbank zuständig für das Thema Bargeld, die Annahme.

          Die Rate der eingereichten D-Mark nimmt zunehmend ab. Ende November 2007 waren noch etwas über 7 Milliarden in Scheinen in freier Wildbahn. Die Marke 6 Milliarden wurde knapp neun Jahre später unterschritten. Innerhalb der vergangenen sechs Jahre gingen dann nur noch 250 Millionen zurück nach Frankfurt beziehungsweise zunächst nach Mainz. Dort prüft die Bundesbank in ihrem Analysezentrum das abgegebene Bargeld auf seine Echtheit. Finder von D-Mark-Münzen verspüren offenbar nur wenig Dringlichkeit, diese abzugeben. Zwar waren mit rund 9,4 Milliarden D-Mark in Form von Münzen gegenüber einem Wert von rund 41 Milliarden in Banknoten zu Beginn der Aufzeichnungen der Bundesbank im Januar 2002 wesentlich weniger ausstehend. Der Bestand verringerte sich in 20 Jahren aber nur um weniger als 3 Milliarden. Etwa 60 Prozent der ausstehenden Münzen sind 10- und 5-Mark-Münzen. Erstere wurden nicht als Zahlungsmittel genutzt und befinden sich vermutlich zu erheblichem Teil in den Händen von Sammlern.

          Neues Geld aus altem Geld

          Sucht man nach diesen Münzen, oftmals Sonderprägungen, auf der Auktionsplattform Ebay, verlangen nur wenige Verkäufer weit mehr als zehn Euro. Das ist zwar immer noch etwas mehr als das Doppelte ihres Umtauschwertes, allerdings kommen oft noch Versandkosten und Gebühren der Website hinzu. Etwas mehr kann für Banknoten erzielt werden. „Tendenziell sind kleinere Stückelungen weniger rar: So sind von der 10-D-Mark-Banknote der dritten Serie noch über 41 Millionen Stück in Umlauf“, sagt Beermann. Mit 369.000 Stück ist die Seltenheit der 1000-D-Mark-Noten der Serie BBk I wesentlich größer. Für sie werden Preise ab 530 Euro aufgerufen. Diese Serie ist die erste von der 1957 gegründeten Deutschen Bundesbank gedruckte. Allerdings markiert sie nicht den Anfang der Deutschen Mark.

          Ihre Geschichte begann mit der Währungsreform 1948. Die Vorgängerinstitution der Deutschen Bundesbank gab damals eine erste Serie aus, die noch in Amerika gedruckt wurde und sich in ihrer Gestaltung stark an den Dollar anlehnt. Sucht man nach ihrem Schein mit dem Nennwert 100, stößt man auf Preise, die ab 1100 Euro beginnen und bis über 2000 Euro reichen.

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