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Schlinks neues Theaterstück : Drucken Sie doch bitte, was wir wollen!

  • -Aktualisiert am

Zu lesen gibt es sein neues Theaterstück noch lange nicht: Bernhard Schlink. Bild: EPA

Den Text von Bernhard Schlinks neuem Theaterstück gibt es für Kritiker vorab nicht zu lesen. Stattdessen meint sein Verlag Diogenes, man solle ein vorbereitetes Interview drucken. Was für eine fabelhafte Idee!

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          Am 26. Mai soll Bernhard Schlinks Theaterstück „20. Juli“ erscheinen, und der Diogenes Verlag tut alles dafür, die Spannung bis zum Schluss zu halten: Vor dem Erscheinen, so informierte die Pressestelle vor ein paar Tagen die Literaturkritiker, werde es keine Satzfahnen oder Vorabexemplare geben. Man bitte um Verständnis – was sicher leichter fiele, wenn man sich wenigstens die Mühe gäbe, Gründe für die Geheimhaltung vorzuschieben. Auch für Interviews werde der Autor nicht zur Verfügung stehen, was sich wiederum ohne die Möglichkeit einer Lektüre sehr gut verstehen lässt.

          Für alle, die Schlink unter diesen Umständen ohnehin nicht interviewen wollen, hat der Verlag aber eine gute Nachricht: Man könne gerne ein Interview abdrucken, dass Svenja Flaßpöhler, die Chefredakteurin des „Philosophie Magazins“, mit Schlink führte.

          Das Interview hat Diogenes sicherheitshalber gleich mitgeschickt, mit ausführlicher Bedienungsanleitung: Der kostenlose Abdruck sei ab dem 26. 5. 2021 „erwünscht“, „gerne“ könnten auch „einzelne Frage-Antworten-Blöcke“ verwendet werden, Kürzungen innerhalb der Antworten seien aber nicht möglich. Das mag auf den ersten Blick empörend klingen, aber vermutlich hat es schon seinen Sinn, wenn der Verlag aussucht, wer mit dem Autor spricht. Schließlich kennt er das Buch am besten.

          Harald Staun
          Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

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