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Wolfgang Leonhard ist tot : Dissident der Revolution

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Wolfgang Leonhard (1921 bis 2014) Bild: dpa

Vom jungen Kommunisten zum entschiedenen Kritiker der Sowjetunion und der SED-Diktatur: Der Historiker und Russland-Experte Wolfgang Leonhard ist im Alter von dreiundneunzig Jahren verstorben.

          Wolfgang Leonhards bekanntestes Buch trägt den Titel „Die Revolution entlässt ihre Kinder“. Es erschien 1955 in der Bundesrepublik Deutschland und führte vor Augen, wie es in Stalins Sowjetunion und beim Aufbau der SED-Diktatur in der Sowjetischen Besatzungszone zugegangen war.  Das Buch des ehemals begeisterten Kommunisten, der zum Sowjetkritiker geworden war, wurde rasch zum Klassiker der Kommunismusforschung.

          Wolfgang Leonhard, 1921 in Wien geboren, war 1935 mit seiner Mutter in die Sowjetunion emigriert. 1945 kehrte er mit der Gruppe Ulbricht nach Berlin zurück. 1949 flüchtete er nach Belgrad, 1950 siedelte er in die Bundesrepublik um. Hier wurde er zum anerkannten politischen Russland-Experten. Ab 1966 lehrte er in den Sommersemestern über mehr als zwanzig Jahre an der Universität Yale zur Geschichte der UdSSR und des Kommunismus. Zu diesem Themen publizierte er auch zahlreiche Bücher.

          Am Sonntagmorgen ist Wolfgang Leonhard nach schwerer Krankheit im Alter von dreiundneunzig Jahren verstorben.

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