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Wissenschaft für Kinder : Wir bauen einen Wasserberg

  • -Aktualisiert am

Jungforscher bei der Seifenblasenwissenschaft Bild: Schwägerl

Mit weißen Kitteln und Schutzbrillen sind sie wie ausgewechselt: Berliner Initiativen versuchen, Kindern den Spaß an der Wissenschaft zu vermitteln - und entlocken den kleinen Forschern ungeahnte Fähigkeiten.

          5 Min.

          Die Lehrerin staunt: „So habe ich diese Klasse noch nie erlebt.“ Im Alltag unterrichtet Wiebke Danielson an der Berliner Anna-Lindh-Grundschule Naturwissenschaft und muss mit Sprachproblemen und Zerstreutheit der Schüler kämpfen. Doch heute ist kein Alltag angesagt. Ihre sechzehn Schützlinge, alle in der fünften Klasse, alle aus Einwandererfamilien im Bezirk Wedding, hängen einem jungen Mann in weißem Kittel förmlich an den Lippen, werfen begeistert ihre Arme hoch und beantworten seine Fragen nach Erlenmeyerkolben und Tiegelzangen.

          Wenig später stehen die Kinder an der Laborbank, konzentrieren sich darauf, die Temperatur einer wässrigen Gipslösung zu messen, stellen blaue Pigmente her und färben Baumwolle. Gespannt folgen sie den Anleitungen für ihre Experimente und erklären sie sich gegenseitig, meistens sogar in vollständigen deutschen Sätzen. Der Besuch am „NatLab“, dem speziell für Schüler konzipierten Mitmach- und Experimentierlabor der Freien Universität (FU) Berlin, entlockt den Kindern aus dem Wedding offenbar ungeahnte Fähigkeiten. Seit sie sich ihre kleinen weißen Laboranzüge übergezogen und die Schutzbrillen anprobiert haben, sind sie wie ausgewechselt.

          Überlebenswichtige Strategie

          Kinder in die Wissenschaft - was vor wenigen Jahren noch abwegig oder exotisch erschien, wird in deutschen Forschungseinrichtungen heute als überlebenswichtig betrachtet. Schon jetzt absolvieren zu wenige junge Deutsche ein Studium in den Natur- und Ingenieurwissenschaften, um die Nachfrage nach hochqualifiziertem Personal decken zu können. Der demographische Umbruch verschärft das Problem: Die Zahl der Kinder schrumpft, der Anteil von Kindern aus oftmals bildungsfernen Einwandererfamilien wächst stark. In einigen Großstädten hat bereits die Hälfte der Erstklässler einen „Migrationshintergrund“. Wer nicht Hochqualifizierte teuer aus anderen Ländern importieren will, muss sich jetzt um den akademischen Nachwuchs des Jahres 2020 kümmern.

          Aus der Bildungsforschung kommt die Einsicht hinzu, dass Weichen für spätere Studien- und Berufsentscheidungen viel früher gestellt werden als bisher erwartet. Zum einen müssen die meisten Kinder mathematische und andere analytische Fähigkeiten früh im Leben erwerben, um sie voll entfalten zu können. Zum anderen stellt sich die Begeisterung für die Wissenschaft nicht über Nacht nach dem Abitur ein. Sie muss rechtzeitig geweckt werden.

          Die Lust am Experimentieren

          In keiner anderen deutschen Stadt gibt es dafür so viele und so vielfältige Initiativen wie in Berlin. Sie versuchen, bei Kindern und Jugendlichen die Lust am Experimentieren zu stärken und den Drang, Phänomene der Natur zu verstehen. Das 2002 gegründete „NatLab“ der FU ist nur eine von neun solchen Einrichtungen in der Hauptstadt, in die Schulklassen zu halb- oder ganztägigen Experimentierkursen kommen. Das im Chemiegebäude der FU angesiedelte NatLab baut bei Kindern die Scheu vor der Forscherwelt ab und erlaubt es angehenden Schullehrern, ihre pädagogischen Fähigkeiten auszuprobieren.

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