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Wissens-Dossier : Bewußtsein und freier Wille: Neue Erkenntnisse der Hirnforschung

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Bild: www.PhotoCase.de

Materie und Geist treffen im Gehirn aufeinander. Doch wer ist der Käpt'n im Kopf, wer steuert unser Denken und Handeln? Haben wir einen freien Willen oder ist unser Bewußtsein determiniert? Lesen Sie, wie spannend Hirnforschung ist, und vor welche ethischen und philosophischen Herausforderungen uns die neuen Forschungsergebnisse stellen.

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          Kann das menschliche Gehirn in Zukunft durch denkende Computer ersetzt werden? Manipulieren Neuroimplantate künftig Wahrnehmung und Handeln von Menschen? Oder verbessern Medikamente gar unser Erinnerungsvermögen? Alles noch Zukunftsmusik, aber durchaus denkbar. Schon heute werden neuronale Netze, die biologische Funktionen des Gehirns auf Rechnern abbilden, für wirtschaftliche oder medizinische Zwecke eingesetzt. Bei der Entwicklung neuronaler Netze werden Modelle der Hirn- und Gedächtnisforschung genutzt. Die Möglichkeit, ein virtuelles Gehirn nach menschlichem Vorbild zu schaffen würde das bisherige Konzept von Persönlichkeit und Ich-Bewußtsein gehörig durcheinanderwirbeln.

          Lange galt das Bewußtsein als immaterieller geistiger Zustand und folglich nicht als Gegenstand naturwissenschaftlicher Erklärungen. Man wußte nicht, wie man Bewußtseinsprozesse wie Erinnern, Vergessen oder Wünsche empirisch erforschen sollte. Heute erlauben neue Methoden, das Bewußtsein beim Menschen ohne direkten Eingriff in das Gehirn zu erforschen. Mit Elektroden und Computerbildern können Hirnforscher die Vorgänge im menschlichen Gehirn sichtbar machen. Was subjektiv für jeden einzelnen den menschlichen Geist ausmacht, nämlich unser Denken und Fühlen, unsere Wahrnehmung und unser Bewußtsein, soll vollständig von den physiologischen Aktivitäten des Gehirns abhängen. Die biochemischen und physikalische Prozesse des Gehirns sind objektiv meßbar. Je transparenter sie werden, je mehr über das Zusammenspiel von Genen, Botenstoffen und Proteinen im Gehirn bekannt wird, desto mehr Möglichkeiten zur Intervention oder gar künstlichen Simulation bieten sich. Kritiker befürchten, die neurotechnologische Entwicklung mache den Menschen zum Manipulationsobjekt. Die Entschlüsselung des menschlichen Gehirns könnte nach Genetik und Stammzellenforschung zu einer neuen Herausforderung für Politik und Gesellschaft werden.

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