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: Vertrauen durch Transparenz

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Adolf Coenenberg / Rainer Salfeld: Wertorientierte Unternehmensführung. Vom Strategieentwurf zur Implementierung. Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2003, 315 Seiten, 49,95 Euro.Samuel Di Piazza Jr. / Robert Eccles: Vertrauen durch Transparenz. Die Zukunft der Unternehmensberichterstattung. ...

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          Adolf Coenenberg / Rainer Salfeld: Wertorientierte Unternehmensführung. Vom Strategieentwurf zur Implementierung. Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2003, 315 Seiten, 49,95 Euro.

          Samuel Di Piazza Jr. / Robert Eccles: Vertrauen durch Transparenz. Die Zukunft der Unternehmensberichterstattung. Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2003, 225 Seiten, 34,90 Euro.

          Die Kapitalmärkte stellen mehr denn je die Grundlage der Vermögensbildung in der Welt dar. Dementsprechend müssen sie gehegt und gepflegt werden. Dies geschieht am besten dadurch, daß die Unternehmen konsequent auf allen Ebenen eine wertorientierte Unternehmensführung praktizieren, die auf eine hohe Marktkapitalisierung zielt, und über ihre wirtschaftliche Situation sowie vor allem über ihre Chancen und Risiken ausgewogen und überzeugend berichten. Die Durchsetzung der wertorientierten Unternehmensführung als Managementprinzip und ein neuartiges, über den konventionellen, vergangenheitsorientierten Jahresabschluß hinausgehendes Berichtswesen ("Corporate Reporting"), das Investoren und anderen "Stakeholdern" die Möglichkeit bietet, die berichtenden Unternehmen auch im Hinblick auf die eigenen Risikopräferenzen zu bewerten, sind insofern zwei Seiten einer Medaille. Die vorliegenden Schriften fokussieren jeweils eine der beiden Seiten und ergänzen sich gut, obwohl sie völlig unabhängig voneinander entstanden sind.

          Der renommierte Betriebswirtschaftler Adolf Coenenberg (Universität Augsburg) und der McKinsey-Berater Rainer Salfeld entwerfen ein Gesamtkonzept wertorientierter Unternehmensführung, das im Gegensatz zu anderen Publikationen von der Strategieentwicklung bis zur Implementierung reicht. Die beiden Autoren machen zu Recht geltend, daß die in der Praxis oftmals anzutreffende Verkürzung der wertorientierten Unternehmensführung auf die Anwendung neuer wertorientierter Kennzahlen im Controlling alleine nicht zu einer Steigerung der Marktkapitalisierung eines Unternehmens führen kann. Wertorientierte Unternehmensführung betrachten sie als eine Führungsphilosophie für das gesamte Unternehmen.

          Unter Rückgriff auf die "Discounted-Cash-flow-Methode" entwickeln sie einen ganzheitlichen Ordnungs- und Handlungsrahmen für die Steigerung des künftigen Cash-flow und für die Optimierung der Kapitalkosten als den beiden Bestimmungsgrößen des Unternehmenswertes. Sie lassen sich dabei von dem Gedanken leiten, daß wertorientierte Unternehmensführung von allen Akteuren im Unternehmen täglich gelebt werden muß. Vor diesem Hintergrund skizzieren sie unter Einbeziehung von Beispielen bekannter Konzerne drei Aktionsfelder: Erstens die Festlegung einer wertorientierten Zielsetzung für das Unternehmen unter Berücksichtigung der internen Ansprüche des Managements und der Mitarbeiter sowie der externen Erwartungshaltung aller Stakeholder; zweitens die Entwicklung einer "Wertstrategie" mit den Elementen Umsatzsteigerung/Wachstum, "operative Exzellenz" mit Produkten und Prozessen, Optimierung der Finanz- und Vermögensstruktur sowie aktives Portfoliomanagement. Den dritten Schwerpunkt, der in der Fachliteratur üblicherweise viel zu kurz kommt, bildet die Anwendung von Wertstrategien durch optimale Auf- und Einstellung der Unternehmensmannschaft, die richtige Besetzung erfolgskritischer Positionen sowie eine insgesamt zielorientierte Einbindung aller Beteiligten. Hinzu kommen auch praktikable Vorschläge zu einem wertorientierten Controlling und zur adäquaten Kommunikation mit den Kapitalmärkten.

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