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Rezension: Sachbuch : Umweltökonomie

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Interdisziplinäre Einführung

          Martin Stengel/Kerstin Wüstner (Herausgeber): Umweltökonomie. Verlag Franz Vahlen, München 1997, 241 Seiten, 48 DM.

          Unter Umweltökonomie wird üblicherweise die Analyse der Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft und Natur verstanden. Martin Stengel und Kerstin Wüstner fassen in ihrem Sammelband den Begriff indes viel weiter: Sie bieten eine interdisziplinäre Einführung in die Grundlagen der Umweltökonomie. Zu Wort kommen nicht nur Volks- und Betriebswirte, sondern auch Juristen, Soziologen, Psychologen und Ingenieure. Sie alle verbindet die gemeinsame Lehre im Studienfach "Umweltökonomie" an der Universität Augsburg. Das Buch ist nicht nur Themen gewidmet, die den Wirtschaftswissenschaften zugeordnet werden: wirtschaftspolitische Ansätze zur Überwindung des Umweltproblems, Bedeutung und Folgen des Umweltmanagements. Es bietet auch ein Forum für anthropologische, soziologische und psychologische Theorien: spielt der Mensch eine Sonderrolle in der Natur; wie nehmen Menschen ihre Umwelt wahr; warum werden Umweltrisiken unterschiedlich beurteilt. Interdisziplinarität wird im wesentlichen dadurch hergestellt, daß die Fachrichtungen nebeneinandergestellt werden; auf Querverbindungen zwischen den einzelnen Aufsätzen wurde verzichtet. Der Leser müsse Spannungen und Unvereinbarkeiten aushalten, die den unterschiedlichen Weltbildern der Autoren geschuldet seien, schreiben die Herausgeber. In einigen Beiträgen werden auch Wissenschaftsdisziplinen direkt miteinander verbunden: Zum Beispiel fließen in ein umweltorientiertes Marketing psychologische und betriebswirtschaftliche Überlegungen ein; Konzepte zur Abfallentsorgung erfordern betriebswirtschaftliche und technische Kenntnisse. Den Autoren ist ein interessanter Einblick in die Grundlagen der verschiedenen Disziplinen, die rund um den Umweltschutz diskutiert werden, gelungen. Doch so unterschiedlich die wissenschaftliche Herkunft der einzelnen Autoren ist, so verschieden ist auch die Qualität der Aufsätze. LISA BECKER

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