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: Freiheit II

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Je mehr Beiträge ein Sammelband enthält, desto schwieriger wird es, den Autoren Gerechtigkeit zukommen zu lassen. Im vorliegenden Band melden sich elf Autoren zu Wort, die dem John Stuart Mill Institut für Freiheitsforschung an der SRH Hochschule Heidelberg unter Leitung von Ulrike Ackermann verbunden ...

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          Je mehr Beiträge ein Sammelband enthält, desto schwieriger wird es, den Autoren Gerechtigkeit zukommen zu lassen. Im vorliegenden Band melden sich elf Autoren zu Wort, die dem John Stuart Mill Institut für Freiheitsforschung an der SRH Hochschule Heidelberg unter Leitung von Ulrike Ackermann verbunden sind. Allen geht es um die Freiheit, die für Mill mehr als wirtschaftliche Freiheit, nämlich auch "Schutz gegen die Tyrannei verherrschenden Meinens und Empfindens" ist. Klaus Hekking, der Vorsitzende der Trägergesellschaft der privaten Hochschule, spannt einen weiten Bogen von freiheitlichen Zielsetzungen bis hin zu dem Honecker-Zitat: "Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf." Ob unsere Politiker auch nur diese Absicht haben, das scheinen viele Autoren des Bandes zu bezweifeln.

          Zwei Beiträger waren oder sind Politiker. Vera Lengsfeld plädiert klar für mehr Freiheit statt mehr Gerechtigkeit, kritisiert den "Umverteilungswahn", hält Legitimation durch Sozialpolitik für brüchig und wirft der Kulturintelligenz Versagen vor. Wolfgang Gerhardt kritisiert die viel zu hohe Staatsquote und verweist darauf, dass der alimentierende Sozialstaat nicht gerecht ist oder sein kann. Was hier und auch sonst in dem Band fehlt, das sind konkrete Vorschläge, wie man die Sozialtransfers in unserem Lande kräftig reduzieren, beispielsweise halbieren, kann und das auch noch politisch überleben.

          Während Ulrike Ackermann beklagt, dass Freiheit in Deutschland im Gegensatz zu den angelsächsischen Ländern nach Gleichheit rangiert, ermutigt uns Necla Kelek, eine Soziologin türkischer Herkunft, uns zu unserer, verglichen mit dem Islam, recht freiheitlichen Tradition zu bekennen. Im Gegensatz zu manchen Politikern hält sie die Islamfunktionäre aber nicht für potentielle Stützen einer freiheitlichen Gesellschaft.

          Ökonomischer Sachverstand wird in dem Band vor allem von zwei Journalisten vertreten. Während Karen Horn naive, aber leider gängige Interpretationen der gegenwärtigen Krise als Marktversagen zurückweist, kann man den Beitrag von Roland Tichy als Verteidigung der Globalisierung auch in und nach der Krise lesen. Abgerundet wird der Band durch ebenfalls lesenswerte, eher geisteswissenschaftliche Beiträge von Hans Jörg Schmidt, Gerhard Schulze, Edgar Wolfrum und Michael Zöller. Wer sich für Freiheit im Denken, in der Wirtschaft und in der Politik interessiert, der sollte an diesem Band und der Arbeit des Instituts für Freiheitsforschung nicht vorbeigehen.

          ERICH WEEDE

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