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: Die zehn größten Fehler in der privaten Geldanlage

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Fehler Nummer eins: Guter Rat kostet nichtsAnlageberater werden in Deutschland üblicherweise durch die Provisionen bezahlt, die sie von den Anbietern der verkauften Geldanlageprodukte erhalten. Das erzeugt bei den Anlegern die Illusion einer kostenlosen Beratung. Doch die vermeintliche Gratisberatung ...

          5 Min.

          Fehler Nummer eins: Guter Rat kostet nichts

          Anlageberater werden in Deutschland üblicherweise durch die Provisionen bezahlt, die sie von den Anbietern der verkauften Geldanlageprodukte erhalten. Das erzeugt bei den Anlegern die Illusion einer kostenlosen Beratung. Doch die vermeintliche Gratisberatung ist letztlich die entscheidende Ursache, warum eine sinnvolle Risikostreuung des Vermögens häufig nicht einmal ansatzweise vorhanden ist. Der Mann oder die Frau auf der anderen Seite des Schalters oder Schreibtischs befindet sich in einem klassischen Interessenkonflikt: Berät er oder sie den Kunden und hat dabei immer die Ausgewogenheit seines Vermögens im Blick - oder steht das eigene Wohlergehen im Vordergrund? Ein gesundes Misstrauen gegenüber dem Anlageberater, der von der Provision lebt, ist schon einmal ein guter Anfang.

          Fehler Nummer zwei: Kaufen, wenn alle kaufen

          Ausgerechnet im Umgang mit dem eigenen Geld kommt regelmäßig der Herdentrieb des Menschen zum Tragen. Das ist auch nicht weiter verwunderlich. Liegt man bei der Entscheidung, in welche Kanäle größere Beträge fließen sollen, daneben, können die Folgen sehr unangenehm sein. Wenn die Entscheidung also herangerückt ist, bietet die Herde eine vermeintliche Sicherheit. Dummerweise gibt es einige bekannte Börsensprüche, die das Herdenverhalten fördern. "Greife nie in ein fallendes Messer", lautet eine dieser eher grenzwertigen Regeln. Selbstverständlich weiß niemand, auf welchem Niveau sich in einer Baisse ein Aktienkurs wieder stabilisiert. Darauf spielt der Spruch auch an. Doch wenn sich alle Marktteilnehmer daran hielten, wäre in jedem Abwärtstrend ein Preis von null der Boden, von dem aus wieder eine Kurserholung stattfinden kann. Einkaufen zu Angebotspreisen bei geringer Nachfrage, verkaufen zu Knappheitspreisen bei hoher Nachfrage - das ist die Kunst.

          Fehler Nummer drei: Kaufen und halten

          André Kostolany war als ein Altmeister der Börse nicht zuletzt für seinen Ausspruch bekannt, man solle doch eine Aktie nach dem Kauf einfach im Depot liegen lassen und sich schlafen legen, um sich dann in ferner Zukunft über kräftige Kursgewinne zu freuen. Allerdings stammt der Ausspruch aus einer Zeit, als der deutsche Aktienmarkt schon für Aufregung sorgte, sobald sich der Leitindex nur um 0,5 Prozent nach oben oder unten bewegte. Die Umstände haben sich seither gravierend verändert. Inzwischen sind die Kurse an den Aktienmärkten wesentlich schwankungsanfälliger als zu Kostolanys Zeiten. Bewegt sich heutzutage der Dax um 0,5 Prozent, gilt das schon als ruhiger Handelstag. Eine Börsennotierung ist kein Ausweis für Unverletzlichkeit. Mittlerweile ist es sogar schon gefährlich, ein Wertpapier einfach ins Depot zu legen und danach über Jahre nicht mehr anzuschauen. Viele Anleger haben in den vergangenen Jahren die Erfahrung gemacht, dass dieses Vorgehen kein kleines Vermögen einbringt, sondern dass sich stattdessen eine Menge Depotleichen ansammeln können.

          Fehler Nummer vier: Alles auf ein Pferd setzen

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