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: Das wichtigste Buch zur Krise

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Die amerikanischen Ökonomen Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff haben im vergangenen Jahr in englischer Sprache ein Buch vorgelegt, dass seitdem für viele Ökonomen, Analysten und Wirtschaftsjournalistenzum Referenzwerk für die Beschäftigung mit Finanzkrisen und ihren Folgen geworden ist. Anhand ...

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          Die amerikanischen Ökonomen Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff haben im vergangenen Jahr in englischer Sprache ein Buch vorgelegt, dass seitdem für viele Ökonomen, Analysten und Wirtschaftsjournalisten

          zum Referenzwerk für die Beschäftigung mit Finanzkrisen und ihren Folgen geworden ist. Anhand einer einmaligen Datenbasis untersuchen sie darin Finanzkrisen aus mehr als 8 Jahrhunderten und in 66 verschiedenen Ländern. Tatsächlich sind Finanzkrisen keine Seltenheit, sondern häufig zu beobachtende Phänomene. Nunmehr liegt das Buch von Reinhart und Rogoff auch in deutscher Übersetzung vor.

          Schweren Krisen geht gewöhnlich ein Boom mit übertriebenem Optimismus voraus. In diesem Boom finden sich immer Schönredner. Sie pflegen Skeptikern, die an frühere Zyklen von Boom und Krise erinnern, entgegenzuhalten: "Dieses Mal ist alles anders." Wie die Erfahrung lehrt, stimmt dies überhaupt nicht, denn Krisen folgen Mustern. Stattdessen müsste es heißen: "Auch dieses Mal ist nichts anders."

          Der Reichtum des dargebotenen Materials über frühere Schuldenkrisen macht den Reiz dieses Buches aus, erleichtert jedoch nicht immer seine Lesbarkeit. Doch diese kleine Einschränkung muss der Leser akzeptieren. Angenehm wirkt auch der wenig selbstgefällige Anspruch der Autoren. Ihnen geht es nicht darum, krampfhaft den Nachweis zu führen, ob eine bestimmte Theorie besonders gut für Krisenanalysen geeignet ist.

          Ideologische Voreingenommenheit liegt ihnen fern. Ihr Buch ist weitgehend theoriefrei und stützt sich auf empirisches Material, wobei die beiden Autoren wissen, dass ihr Material zwar reich, aber nicht vollständig und womöglich auch nicht immer völlig zuverlässig ist. Viele Statistiken aus früheren Jahrhunderten sind nun einmal lückenhaft und fehleranfällig.

          gb.

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