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„Winnetou“-Darsteller : Pierre Brice ist tot

  • Aktualisiert am

Pierre Brice, 1929 bis 2015 Bild: dpa

Pierre Brice ist am Samstag in einem französischen Krankenhaus gestorben. Der Schauspieler, der mit Karl Mays Winnetou die Rolle seines Lebens fand, wurde 86 Jahre alt. Brice starb an den Folgen einer Lungenentzündung.

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          Pierre Brice ist tot. Der französische Schauspieler und „Winnetou“-Darsteller sei am Samstag in einem französischen Krankenhaus gestorben, teilten das Management und der Anwalt des Schauspielers mit. Pierre Brice wurde 86 Jahre alt.

          Berühmt wurde Brice in Deutschland vor allem als „Winnetou“. Der Romanheld von Karl May war die Rolle seines Lebens. In den sechziger Jahren spielte er ihn insgesamt elf Mal. Seinen ersten Auftritt hatte der in Brest geborene Schauspieler 1962 im „Schatz im Silbersee“. Zehn Millionen Menschen sahen den Film allein in Deutschland. Sein Filmtod löste 1965 eine Protestwelle aus, daraufhin durfte der Indianer für kurze Zeit wieder auferstehen. Die Filmreihe endete 1968. In seiner Heimat Frankreich war Brice kaum bekannt. Die Verbindung zu Deutschland war eng, nicht nur wegen seiner vielen Fans, seine Frau Hella stammt aus Bayern.

          Er habe eigentlich keine Lust gehabt, einen Indianer zu spielen, hat Brice einmal erzählt, die Figur dann aber mit eigenen Ideen ausgestattet wie dem Blick in die Ferne oder der ausladenden Armbewegung zur Begrüßung.

          Nach der „Winnetou“-Reihe übernahm Brice größere Rollen in italienischen und französischen Spiel- und Fernsehfilmen. Mit dem Ende seiner Filmkarriere kehrte Brice Mitte der siebziger Jahre zur Winnetou-Rolle zurück, sowohl im Fernsehen als auch auf der Bühne. Der WDR sendete 1980 die 14-teilige Serie „Mein Freund Winnetou“, bei der die Indianer und ihre Lebensbedingungen in den Mittelpunkt gerückt werden sollten. Ab 1996 drehte das ZDF in Spanien zwei neue Winnetou-Filme mit dem Titel „Winnetous Rückkehr“. Brice schrieb Teile des Drehbuchs.

          Als Winnetou-Darsteller wirkte Brice auch viele Jahre bei den Karl-May-Festspielen in Elspe/Sauerland und Bad Segeberg mit.

          Selten ist ein Darsteller derart mit einer Rolle identifiziert worden wie Pierre Brice mit der des Apachen-Häuptlings Winnetou. Bilderstrecke

          Pierre Brice, der eigentlich Pierre Louis Baron de Bris hieß, fühlte sich auch privat den Werten seiner Filmfigur verpflichtet. Das sei der Grund dafür gewesen, dass er fast vierzig Jahre lang die berühmte Indianerfigur gespielt habe, sagte er einmal. Nach einer verlorenen Wette in der ZDF-Show „Wetten dass ...?“ organisierte Brice 1995 etwa eine Spendensammlung für die Menschen im vom Bürgerkrieg verheerten Bosnien-Herzegowina.

          Ein „bisschen naiv“ seien die „Winnetou“-Filme ja schon gewesen, sagte Brice einmal an anderer Stelle. Aber die Deutschen hätten sich nach dem Krieg nach Werten wie Frieden, Freiheit und Menschenwürde gesehnt.

          Bei der Parodie „Der Schuh des Manitu“ von Michael „Bully“ Herbig verstand Brice keinen Spaß: Das sei „Schwachsinn“, beschied er knapp.

          Lesen Sie hier unseren Artikel zum achtzigsten Geburtstag von Pierre Brice.

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