Kommentar zu Sprachsexismus :
Bäcks und Hausmeistis

Ein Kommentar von Klaus Ungerer
Lesezeit: 2 Min.
Eine für alle: Am Flughafen von San Diego gibt es eine geschlechtsneutrale Toilette. Die deutsche Sprache ist noch lange nicht soweit.
Frauen wurden in der deutschen Sprache unsichtbar gemacht. Wie lässt sich dieser Sexismus beenden? Die Lösung heißt nicht Verlängerung, sondern Verkürzung.

BäckerIn. FußgängerIn. NachrichtensprecherIn. Seit es vor vielen Jahren aufkam, war nie recht nachvollziehbar, wie das Binnen-I eine Gleichberechtigung herstellen sollte. Phallisch ragte es aus dem Wort heraus, als trotzige Ansage einer gefühlten Minderheit (Frauen), doch bitte schön auch – und eben mehr als „auch“ – vorhanden zu sein. Ein verwandter Eingriff in die Sprache ist ja der homosexuellen Community gelungen, als sie die Schimpfworte „schwul“ und „lesbisch“ einfach übernahm und die Freunde verbaler Niedertracht damit elegant entwaffnete. Die Problemlage bei der weiblichen Form ist allerdings komplizierter: Hier ist nicht gegen bestimmte Begriffe vorzugehen, sondern gegen ein strukturelles Problem: Frauen werden nicht beschimpft. Sie wurden unsichtbar gemacht.

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