https://www.faz.net/-gqz-a36xi

Digitale Schwangerschaftstests : Liebling, es wird ein Technikschrott

  • -Aktualisiert am

Bild: Picture-Alliance

Ein kalifornischer Programmierer hat einen digitalen Schwangerschaftstest so weit modifiziert, dass er darauf „Doom“ spielen konnte. Was bedeutet das für uns als Wegwerfgesellschaft?

          1 Min.

          Es wurde in den vergangenen Jahren viel gestritten über die fortschreitende Digitalisierung von Alltagsgegenständen. Muss mein Toaster wirklich im W-Lan sein? Und was war so falsch an Lichtschaltern, dass nun eine Sprachassistentin die Beleuchtung im ganzen Haus regeln soll? Ein kalifornischer Programmierer hat diesen Fragen jetzt eine neue hinzugefügt – und sie direkt beantwortet. Er hat digitale Schwangerschaftstests gekauft, auseinandergenommen, analysiert und ausprobiert, was man alles mit der Hardware anstellen kann.

          Ein solcher Test kostet um die zehn Euro. Die erste Überraschung: In diesen Tests liegen überraschend komplexe 8-Bit-Mikrocontroller, wie sie etwa auch in Computermäusen verwendet werden, deren einzige Aufgabe es hier ist, mit LEDs und Sensoren abzulesen, ob auf dem stinknormalen Teststreifen ein oder zwei Striche zu sehen sind. Bei zwei Strichen wird auf einem kleinen Display das Wort „Pregnant“ angezeigt. Nun ist das sicher sehr praktisch und schließt Anwenderfehler fast vollkommen aus, aber es bedeutet eben auch, dass mit einem Produkt zur einmaligen Benutzung jedes Mal ein kleiner Prozessor, eine Knopfzelle und ein Minibildschirm in den Müll fliegen. Die entscheidende Frage: Könnte man mit diesem umfangreichen Equipment nicht mehr anfangen?

          Der Programmierer, der sich auf Twitter „Foone“ nennt, versuchte es und dokumentierte seine Arbeit in langen Threads – an deren Ende er erfolgreich das Spiel „Doom“ auf einem Schwangerschaftstest spielt. Allerdings ist zu diesem Zeitpunkt fast nur noch die Hülle vom Originalprodukt übrig, denn der kleine Prozessor lässt sich nicht umprogrammieren. Es ist vielleicht auch besser so, denn wie Foone feststellte, reicht Wasser nicht, um den Teststreifen so aufquellen zu lassen, dass er den Stromkreis schließt und den Prozessor startet. Ohne Draufpinkeln geht es also nicht. Und das wäre für einen Gameboy doch sehr umständlich.

           

          Weitere Themen

          War es die reine Häme?

          Benjamins Todesnachricht : War es die reine Häme?

          Ein makabres Nachspiel: Der „Stürmer“ vermeldete am 16. Januar 1941 den Tod Walter Benjamins, mehr als ein Vierteljahr nach dem Suizid. Wie kam es dazu?

          Topmeldungen

          Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder am Samstag in seinem Büro

          Rede beim virtuellen Parteitag : Großes Kino mit Markus Söder

          Der CSU-Chef erklärt den Delegierten ausführlich seine Corona-Politik und gibt sich dabei demonstrativ sprachsensibel. Eine zentrale Rolle bei der Inszenierung spielt eine Tasse – mit „Game of Thrones“-Motto.
          Eine Flugbegleiterin hat sich ausreichend geschützt.

          Coronafreie Flüge : Schnelltests sollen die Luftfahrt retten

          In Rom werden für erste Flüge Passagiere vor dem Einstieg geprüft. Lufthansa plant für die nächsten Wochen mit einem Testanlauf, der mehr Amerika-Flüge ermöglichen soll. Ist das eine erste Rettung für die Luftfahrt?

          Corona-Arzt im Interview : „Remdesivir kann sehr hilfreich sein“

          Wie passt es zusammen, dass es mehr Infizierte, aber weniger schwere Verläufe gibt? Der Arzt Cihan Çelik über die Lage auf der Covid-19-Isolierstation in Darmstadt, Risikofaktoren für junge Menschen und neue Behandlungsmethoden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.