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Doppelhochhaus in Tokio : Schwarzer Tower, grüne Fächer

  • -Aktualisiert am

Garten nah am Himmel Bild: Webershandwick

Wo kein Platz für Villen ist, gedeihen Luxustürme: Der Düsseldorfer Architekt Christoph Ingenhoven baut in Tokio Hochhäuser mit schlichten Namen und Minigärten.

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          Die Winterhimmel in Tokio sind blau, kühl und sonnig. Von Riesentürmen aus blickt man weit über das Häusermeer der japanischen Kapitale bis zum Meer und dem berühmten Berg Fuji. Eines der höchsten Hochhäuser der Stadt mit 255 Metern Höhe ist der Toranomon-Hills-Tower, den der berühmt-berüchtigte Immobilienmagnat Minoru Mori errichten ließ. Er hat es direkt über der Ringstraße zwei bauen lassen, auf der im Sommer während der Olympischen Spiele Sportler, Journalisten, Funktionäre und – hoffentlich – Touristen von Shinbashi aus in die Stadt kommen werden.

          Den Plan zur Komplettierung der Ringstraße gab es seit 1946, als die Stadt noch eine rauchende Ruine war und die Straße MacArthurRoad genannt wurde, nach dem mächtigen amerikanischen General, der in der Botschaft der Vereinigten Staaten im Nachbarviertel Roppongi ein und aus ging. Die Enteignung von Hunderten von Familien, deren Land zum Bau der Straße nötig war, ließ sich im wirtschaftsliberal-bürgerlich geprägten Japan lange nicht durchsetzen. Erst der Tycoon Mori löste den gordischen Knoten: Er ließ vom Architekturbüro Nihon Sekkei ein Hochhaus bauen, in das jene, die zum Verkauf ihres Hauses bereit waren, aber im Kiez bleiben wollten, umziehen konnten. Seit 2014 zeugt das Riesenhochhaus von Moris Verhandlungsgeschick, wenn es um die in Japan für jedes Bauvorhaben essentielle Arrondierung von Grundstücken geht.

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