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Edo Reents (edo.)

„Wetten, dass Gauck...?“ : Falschmeldung

  • -Aktualisiert am

Wer wird den Gauck-Talk in Zukunft moderieren? Die Verantwortlichen in den Fernsehsendern wollen etwas ganz Neues wagen - sogar die Fragestellung soll sich ändern.

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          ARD und ZDF sind weiterhin auf der Suche nach einem Moderator für die Sendung „Wetten, dass Gauck...?“. Nach der jüngsten Ausstrahlung am Montag mit Plasberg („Nach der Wahl ist vor der Wiederwahl“) waren die sechs Moderatoren alle mit der Begründung zurückgetreten, wenn es am ödesten sei, solle man aufhören. Jetzt stehen die Sender vor der Aufgabe, einen Nachfolger für Günther Jauch, Frank Plasberg, Anne Will, Reinhold Beckmann, Sandra Maischberger und Maybrit Illner zu finden.

          Es reiche, so sagten die Verantwortlichen, wenn es jetzt nur noch einmal die Woche den Gauck-Talk gebe; man müsse allerdings die Fragestellung erweitern, etwa in diese Richtung: „Was, wenn Gauck doch der Falsche gewesen wäre?“ Dafür müsse der neue Moderator alle Eigenschaften seiner Vorgänger glaubwürdig verkörpern und es mit Ecken und Kanten allen recht machen: „Das wird nicht leicht. Aber wir glauben an dieses Format.“ Bisher bestand es darin, dass in jeder Sendung Gauck-Befürworter und Gauck-Gegner ausgewogen, aber ohne Ergebnis darüber diskutierten, ob Gauck eigentlich der Richtige oder der Falsche sei.

          Der Trick mit dem Frosch

          Letztere Ansicht hatte in der Regel ein Mitglied der Linken mit der Begründung vertreten, Gauck rede zu wenig von sozialer Gerechtigkeit. Mit diesem Erfolgsrezept war „Wetten, dass Gauck...?“ in den vergangenen Wochen sehr oft ausgestrahlt worden und hatte dabei regelmäßig für Einschaltquoten gesorgt. Nachdem aber das gesamte politische Personal sein Pulver verschossen hatte, drohte die Sendung zur Routine zu werden. Jetzt soll es Markus Lanz richten, der Fachmann fürs Unbequeme. Er traue es sich, so der umtriebige Südtiroler, ohne weiteres zu, das Format mit innovativen Ideen zu beleben; er müsse aber zunächst Gaucks ersten Arbeitstag abwarten, ob der auch genug Gesprächsstoff abwerfe.

          Sollte dies nicht der Fall und man weiterhin auf bloße Meinungen angewiesen sein, dann könne er immer noch den Trick mit dem Frosch anwenden, mit dem er neulich erst den FDP-Vorsitzenden in die Bredouille gebracht habe. Lanz hatte in seiner alten Sendung Philipp Rösler das Gleichnis von dem Frosch in den Mund gelegt, der es gar nicht richtig merkt, wenn das Wasser immer wärmer wird, bis er es nicht mehr aushält, aber dann ist es schon zu spät. Das sei, so ließ Lanz zynisch durchblicken, bei den Zuschauern nicht viel anders, die sich, wie er aus eigener Erfahrung wisse, ja auch so einiges bieten ließen.

          Edo Reents

          Redakteur im Feuilleton.

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