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Boris Johnson : Abgerechnet wird zum Schluss

  • -Aktualisiert am

Boris Johnson hat es immer vermocht, seine Kritiker zu verwirren und die politische Schwerkraft auf den Kopf zu stellen. Bild: Reuters

Wer ist der schlechteste Premierminister aller Zeiten? Vor kurzem hieß es: Boris Johnson. Inzwischen steht er besser da. Warum?

          5 Min.

          Am 3. April werden dreihundert Jahre seit der Ernennung des ersten britischen Premierministers vergangen sein. Robert Walpole, der erste und bislang längste Träger dieses Amtes, hieß zwar nicht Premierminister. Denn obwohl er seine Position als einflussreichster Minister der Krone durch die geschickte Vermittlung zwischen König und Parlament festigte, empfand er die Bezeichnung Premierminister als Beleidigung. Als solche war sie von seinen Gegnern auch gemeint. Mit dem Begriff verband sich der spöttische Vorwurf des übertriebenen Ehrgeizes und der Anbiederung an den Monarchen. Walpoles offizieller Titel – oder zumindest der wichtigste unter den von ihm angehäuften Ämtern – war der des Ersten Lords des Schatzamtes, der bis heute am Messingschild des Briefschlitzes an der Tür von 10 Downing Street prangt, der womöglich berühmtesten Adresse der Welt.

          Gina Thomas

          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          Seit 1735 dient der gebäudeübergreifende, fuchsbauartige Komplex, der sich hinter den georgianischen Backsteinfassaden der Reihenhäuser links, rechts und hinter der Nummer 10 verbirgt, als Amts- und in der Regel, aber nicht immer, auch als Wohnsitz des Regierungsoberhauptes. Innen sind einige Räume zwar opulenter ausgestattet, als das unscheinbare Äußere glauben macht, doch ist es immer wieder frappierend, dass ein Weltreich von diesen Häusern aus regiert wurde. Sie wirken wie der Inbegriff des britischen Understatement.

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