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Werke von Maurice Sendak : Bär auf dem Mond

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Wuuaaaahh!!! Sendaks Widmung in der Erstausgabe von „Where the Wild Things Are“, 1963 (Taxe 10.000/15.000 Dollar) Bild: Swann Auction

Auf den Spuren der wilden Kerlen und des kleinen Bärs: In New York werden Zeichnungen und Erstausgaben vom Kinderbuchautor und Illustrator Maurice Sendak versteigert.

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          Es gibt diesen Augenblick, wenn man sich nach der Kindheit sehnt, in der die Phantasie noch Realität hat. Wenn man Plastikeimer mit Alufolie beklebt, um damit Siegerehrung zu spielen, und davon überzeugt ist, auch Sieger zu sein. Der 2012 verstorbene Kinderbuchautor Maurice Sendak schaffte es, diesen Zustand eindrücklich zu beschreiben und seine Geschichten gleichzeitig von jeder anstrengenden Moral freizuhalten - und nicht nur in seinem zwanzig Millionen Mal verkauften Buch „Wo die wilden Kerle wohnen“. Bei ihm darf ein Junge Flugzeuge aus Brot bauen, Kinder werden zu Monstern, kämpfen und siegen. Seine Anhänger genießen diese Welt, in der sie mutig und frei sein können, und die Erwachsenen machen in seinen Erzählungen mit, belehren nicht, korrigieren nicht, wenn die Phantasie die Regie übernimmt.

          Mit nur wenigen Worten und sensiblen Zeichnungen gab Sendak seinen Lesern Sicherheit, ein besonderes Gefühl von Verlässlichkeit, Familie, Freundschaft, Zuneigung. Nicht selten war der ausgiebige Maurice-Sendak-Leser von den Einschränkungen der späteren Welt enttäuscht.

          Mit vielen signierten Erstausgaben

          „Der kleine Bär“, gezeichnet von Sendak und betextet von Else Holmelund Minarik, baut sich in einen Helm mit Antennen und will zum Mond fliegen, er klettert also auf einen Baum und purzelt wieder herunter. Er glaubt, auf dem fernen Trabanten gelandet zu sein, sieht ein Haus, betritt es, und dort ist seine Mutter, die das Spiel mitmacht und dem kleinen Bären den Traum, einmal auf dem Mond zu sein, erfüllt.

          Jetzt gibt es eine große Gelegenheit, Erstausgaben des Buches und herrliche Originalzeichnungen zu erwerben. Am 24. Januar wird bei Swann auctions in New York eine Privatsammlung mit Zeichnungen, signierten Büchern und Erstausgaben von Maurice Sendak versteigert. Sie war lange im Besitz von Reed Orenstein, einem Antiquar aus New York. Sie enthält die Erstausgaben seiner wichtigsten Bücher, signiert und mit Skizzen und verwandten Arbeiten versehen. Auch „Der kleine Bär“ ist dabei mit einer Erstausgabe von „Little Bear’s Friend“ aus dem Jahr 1957, erschienen bei Harper & Bros. in New York. Die Schätzung für das Buch mit Widmung liegt bei 600 bis 900 Dollar.

          Frühe Ausgaben von Sendaks Werken sind mittlerweile umworbenes Sammlergut. Besonders beliebt sind allerdings die Zeichnungen. In New York wurde 2006 ein Aquarell der „Wilden Kerle“ von 1968 für umgerechnet 13000 Dollar versteigert. Teuerstes Los jedoch ist seit 1999 sein Bühnenbildentwurf für die Oper „The love of the Three Oranges“ von 1985 für umgerechnet 20.000 Dollar.

          Emotionaler Höhepunkt der Auktion ist die signierte und mit einer großartigen Zeichnung versehende Erstausgabe von „Where the Wild Things Are“, das 1963 in New York erstmals gedruckt wurde. Die Widmung wirkt etwas rüde: „Lieber Reed - dies sieht wirklich aus wie eine Erstausgabe - es hat falsche Farben am richtigen Platz.“ Doch die Tuschezeichnung von Max im Monsterkostüm mit großen Krallenfüßen, erhobenen Armen und gar nicht fürchterlich schielenden Augen macht alles wett. Die Schätzung liegt bei 10.000 bis 15.000 Dollar. Hoch eingeschätzt werden auch acht signierte Zeichnungen zu „Really Rosie“ von 1975, im Konvolut für geschätzte 20.000 bis 30.000 Dollar. Die Versteigerung enthält Dutzende dieser leichthändigen Zeichnungen. Sie sind alle auf der Website des Auktionshauses in einem Online-Katalog abrufbar.

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