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Weltberühmte Sopranistin : Opernlegende Jessye Norman ist tot

  • Aktualisiert am

Die amerikanische Opernsängerin Jessye Norman Bild: dpa

Die amerikanische Sopransängerin ist im Alter von 74 Jahren gestorben. Als eine der ersten dunkelhäutigen Künstlerinnen feierte sie in der von Weißen dominierten Opernwelt Erfolge. Ihr Debüt gab sie 1969 an der Deutschen Oper Berlin.

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          Die amerikanische Opernlegende Jessye Norman ist tot. Die weltweit gefeierte Sopransängerin verstarb im Alter von 74 Jahren in einem New Yorker Krankenhaus im Kreise ihrer Angehörigen, wie ihre Familie am Montag mitteilte. Die Grammy-Gewinnerin starb demnach an einem septischen Schock und multiplem Organversagen nach Komplikationen nach einer Rückenmarksverletzung, die sie 2015 erlitten hatte. „Wir sind so stolz auf Jessyes musikalische Leistungen und die Inspiration, die sie Zuhörern weltweit gegeben hat und die weiter eine Quelle der Freude sein wird“, erklärte die Familie. „Wir sind ebenso stolz auf ihr humanitäres Engagement im Kampf gegen Hunger, Obdachlosigkeit, für Ausbildung der Jugend sowie Kunst- und Kulturbildung.“

          Norman wurde am 15. September 1945 in Augusta im amerikanische Südstaat Georgia in einer Familie von Hobbymusikern geboren. Schon als Vierjährige begann sie, Gospel zu singen. Früh interessierte sie sich dann für Opernmusik. Sie studierte an der für Schwarze gegründeten Howard Universität in Washington, später am Peabody-Konservatorium und an der Universität von Michigan.

          Norman gewann in ihrer Laufbahn vier Grammys für ihre Aufnahmen und einen für ihr Lebenswerk, zudem die Ehrenmedaille National Medal of Arts. Die Afroamerikanerin feierte als eine der ersten dunkelhäutigen Künstlerinnen und Künstler in der Opernwelt Erfolge. Ihr Debüt gab sie 1969 an der Deutschen Oper Berlin. Sie sang an zahlreichen weiteren renommierten Opernhäusern und machte sich mit ihrem warmen Timbre unter anderem als Wagner-Interpretin einen Namen. Schließlich ließ sie sich in London nieder und widmete sich jahrelang Liederabenden. Zu ihrem großen Repertoire gehörten unter anderem Werke von Francis Poulenc, Leos Janácek, Béla Bartók, Giuseppe Verdi, Richard Strauss oder Arnold Schönberg. Auch als Jazz-Interpretin wurde sie geschätzt.

          Der vielfach ausgezeichnete Opernstar sang bei den Amtseinführungen von zwei amerikanischen Präsidenten, bei der Eröffnung der Olympischen Sommerspiele 1996 in Atlanta und bei den Feierlichkeiten zum 200-jährigen Jubiläum der Französischen Revolution 1989. In den vergangenen Jahren trat sie nur noch selten auf.

          Der ehemalige amerikanische Präsident Barack Obama verleiht der Opernsängerin Jessye Norman 2010 in Washington die National Medal of Arts.

          Die Met, an der sie in rund 80 Aufführungen mitwirkte, teilte mit, man trauere um Norman, „eine der großen Sopranistinnen des vergangenen halben Jahrhunderts.“ Generaldirektor Peter Gelb sagte: „Jessye Norman war einer der größten Künstler, die je auf unserer Bühne gesungen haben“. Ihr Vermächtnis werde für immer weiterleben. Norman habe das Publikum mit ihrem schönen Ton, ihrer außergewöhnlichen Kraft und ihrem musikalischen Feingefühl begeistert. Die heutige Vorstellung von „Porgy and Bess“ sei Norman gewidmet.

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