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Wellenreiter : Hammer und Sichel

  • -Aktualisiert am

WELLENREITER - durch die Informationsflut mit FAZ.NET Bild: FAZ.NET

Endlich hat das neue Linksbündnis einen Namen gefunden. Doch die Internetadresse www.demokratische-linke.de ist bereits vergeben. Den virtuellen Ausweg verstellen Albert Schweitzer und ein Frankfurter Student.

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          Klar, es gibt auch Wahlplakate, Fernsehspots oder Kugelschreiber mit Parteilogo. Doch in diesen Tagen, sollte man denken, findet Wahlwerbung vor allem im Internet statt. Dort ist schließlich unendlich viel Platz für das Wahlprogramm, Hintergründe, den Lebenslauf oder einen Chat mit den Kandidaten. Das neue Linksbündnis wird es da schwierig haben.

          Am Mittwoch konnten sich PDS und die „Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit“ (WASG) nach langem Ringen endlich darauf einigen, unter welchem Namen sie denn um Stimmen werben möchten: „Demokratische Linke/PDS“. Damit die westdeutsche Wähler nicht vor dem Kürzel „PDS“ erschrecken, sollen die Landesverbände auf diese drei Buchstaben verzichten können. Und da beginnt das Problem. Denn die „Demokratische Linke“ ist, zumindest im Internet, bereits bestens vertreten.

          SPD statt PDS

          Intuitiv würde der interessierte Wähler wohl www.demokratische-linke.de in sein Browserfenster tippen, um Infos über eine Partei zu finden, die sich „Demokratische Linke“ nennt. Unter dieser Adresse ist allerdings das „Forum Demokratische Linke 21“ zu finden, in dem sich linke SPD-Politiker tummeln. Die Vorsitzende Andrea Nahles hat gegenüber FAZ.NET bereits angekündigt, juristisch gegen den Namen des neuen Linksbündnisses vorgehen zu wollen, aber das ist ein anderes Thema. (Siehe: Linksbündnis einigt sich auf verschiedene Namen)

          Die Domain ist jedenfalls vergeben, PDS und WASG müssen sich nach anderen Adressen umschauen. FAZ.NET hat damit schon mal angefangen.

          „Jeden Montag im Raum C.119“

          Zunächst bliebe die Adresse www.demokratischelinke.de - fast ideal, nur der Bindestrich fehlt. „Diese Internetpräsenz ist zur Zeit nicht erreichbar“, ist dort zu lesen. Haben sich PDS und WASG diese Seite bereits sichern lassen, fehlen nur noch die Inhalte? Wohl kaum, denn die Domain gehört einem Frankfurter Studenten, der Mitglied im Bundesvorstand des „Bündnisses linker & radikaldemokratischer Hochschulgruppen“ (LiRa) ist.

          Mehr LiRa findet sich unter www.demokratische-linke.net, ebenso unter www.demokratischelinke.net: Hier berichtet die „Demokratische Linke Liste“, der LiRa-Ableger der Frankfurter Uni. Leseprobe: „Die Demokratische Linke … tritt ein für den gesellschaftlichen Abbau von Herrschafts- und Machtverhältnissen, um die selbstbestimmte Gestaltung der Lebensverhältnisse eines jeden einzelnen zu ermöglichen.“ Oder: „Das Privateigentum an Produktionsmitteln erzeugt sozialen Ausschluß und steht in Konflikt mit einer (radikal)demokratischen Steuerung gesellschaftlicher Belange.“ Falls WASG oder PDS Kontakt aufnehmen wollen: „Wir treffen uns jeden Montag im Raum C.119 im Studierendenhaus um 19.00 Uhr.“

          Die WASG ist Wiederholungstäter

          Die Domain www.demokratische-linke.org hat sich die „Demokratische Linke Gießen“ gesichert. Völlig ratlos bleibt zurück, wer den Bindestrich wegläßt: Unter www.demokratischelinke.org zeigt der Webmaster kommentarlos das Foto eines Kunstwerkes, auf dem Hammer und Sichel zu sehen sind.

          Na ja, mag sich mancher denken, ein Anfängerfehler. Hat das Linksbündnis eben nicht aufgepaßt. Schließlich gibt es viele skurrile Geschichten von Unternehmen, die den Fehler teuer bezahlen mußten, sich eine zum Produkt passende Internet-Adresse nicht gesichert zu haben. Die WASG aber ist ein Wiederholungstäter: Unter www.wasg.de steht nichts über die Wahlalternative - hier informiert die „Wissenschaftliche Albert-Schweitzer-Gesellschaft“ über die vielen Facetten im Lebens des berühmten Arztes.

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