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Trumps Chefstratege : Die dunkle Seite der Macht

Der innere Zirkel: Bannon mit Donald Trump und Jared Kushner

Auch hier geht es um eine gigantische Schlacht, bei der die Gottheit Krishna dem Heerführer Arjuna den Rücken stärkt. Dass Bannons Respekt dem Krieg im Allgemeinen gilt, ganz unabhängig von dessen Zielen und ideologischen Begründungen, darauf deutet auch hin, dass er später in seiner Zeit bei der rechten Website „Breitbart“ dem nordvietnamesischen General Vo Nguyen Giap einen äußerst anerkennenden Nachruf widmete. Dessen „Kühnheit und Schonungslosigkeit“ hätten es vermocht, zwei der technisch avanciertesten Armeen der Welt – der französischen und der amerikanischen nämlich – die Stirn zu bieten. „Am Ende“, so zitiert er General Giap zustimmend, „war es der menschliche Faktor, der über den Sieg entschied“.

Alle achtzig Jahre Krieg oder Krise

Dieses gewissermaßen außerideologische Faible für Krieg als solchen begründet auch sein Interesse an Theorien, die den Krieg als anthroplogische Konstante beschreiben. Der Historiker David Kaiser schilderte in „Time“ die Begeisterung, mit der Bannon die These des Buchs „The Fourth Turning“ von Neil Howe und William Strauss aufgriff, die amerikanische Geschichte bewege sich in Achtzig–Jahr-Zyklen, an deren Ende jeweils eine große Krise wie der Bürgerkrieg oder der Zweite Weltkrieg stehe. Bannon verarbeitete diese Faszination in seinem Dokumentarfilm „Generation Zero“.

Ähnlich unabhängig von politischem Inhalt scheint seine Neigung zur Revolution zu sein. Wie ein Mitstreiter bei „Breitbart“ bezeugte, hat er eine Vorliebe für das Buch „The Private Life of Chairman Mao“, in dem dessen Leibarzt Li Zhisui ein durch alltägliche Beobachtungen gestütztes Psychogramm des Praktikers der permanenten Revolution vorlegt. Eines der nicht-realisierten Hollywood-Projekte Bannons machte das Shakespeare-Stück „Coriolanus“ zu einem Rapper-Film, der während der Rassenunruhen in Los Angeles spielt. Das Stück werde zeigen, versprach damals eine Einladung zu einer Lesung aus dem Skript, „wie eine Kultur aus Gier, Elitismus, Diskriminierung und Unmenschlichkeit sich heute in selbstzerstörerischen Grausamkeiten wiederholt.“

Doch das Pathos der Revolte steht hier noch im Dienst der Schwarzen gegen die Weißen: „Du wählst. Handeln und sterben – oder unter dem Stiefel des weißen Mannes liegen, talking trash“. Die Menge schreit: „Sterben, sterben, sterben“. Wie ein Echo dieses grausigen Rufs klingt, was Bannon letztes Jahr dem „Hollywood Reporter“ sagte, voller Lust am eigenen Image: „Darkness is good. Dick Cheney. Darth Vader. Satan. That’s power.“ Er zögerte auch nicht, sich gegenüber einem Autor von „The Daily Beast“ 2014 als „Leninist“ zu bezeichnen: „Lenin wollte den Staat zerstören, und das ist auch mein Ziel. Ich möchte alles zusammenkrachen lassen und alles vom heutigen Establishment zerstören.“

 „Dick Cheney. Darth Vader. Satan. That’s power.“ Der vormalige Vizepräsident Dick Cheney am Tag der Inauguration.

Bannon gab zwar später vor, er könne sich an das Gespräch nicht mehr erinnern, und nach der Wahl Trumps sagte er, dieser stehe nicht für eine Revolution, sondern für „eine Restauration des wahren amerikanischen Kapitalismus“. Doch er selber hat in den vergangenen Jahren immer wieder auf der Wortwahl „Revolution“ bestanden. Außerdem weist die Selbstbezeichnung als Leninist auch auf die Wechselseitigkeit von Revolution und Krieg hin, denn erst der Erste Weltkrieg brachte den Bolschewiki den Sieg, so dass Lenin von „sozialen Elementargewalten“ wie dem Hass der Massen schwärmen konnte.

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