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Historische Seidenstraße : Religion gegen Technik

  • -Aktualisiert am

Ein Denkmal für Marco Polo und den Mönch Xuanzang in Jiayuguan Bild: Martin/Le Figaro Magazine/laif

Die Seidenstraße bildete einst das größte Verkehrsnetz der Erde. Der Transport von Waren war aber nur eine ihrer Aufgaben. Auch bedeutend war der Wissensaustausch – von dem vor allem Europa profitierte.

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          Die Suche nach der richtigen Route sei oft genug vergeblich, schrieb der chinesische Mönch Faxian in seinen Aufzeichnungen über die Taklamakan, die er im Jahr 399 auf seinem Pilgerweg zu den heiligen Stätten des Buddhismus in Indien durchquerte: „Die einzigen Wegzeiger sind die ausgedörrten Knochen der Toten.“ Eine ähnliche Herausforderung wie das Fortkommen in den unwirtlichen Wüsten- und Steppenregionen der Taklamakan war die Überwindung der über weite Teile des Jahres von Schnee und Eis bedeckten Hochgebirge, in denen die Pässe auf einer Höhe von mehr als 5000 Meter liegen konnten. Doch Faxian ließ sich durch nichts beirren.

          Nicht nur ein unerschütterlicher Glaube vermochte die Menschen der Antike zu einer derart strapaziösen Reise zu bewegen, sondern auch die Aussicht auf lukrative Geschäfte oder der Wunsch nach politischer Bestätigung. Den prägnanten, aber etwas eindimensionalen Begriff „Seidenstraße“ kannten damals freilich weder Pilger wie der Mönch Faxian noch Kaufleute oder Diplomaten. Er wurde erst 1877 von dem deutschen Geographen Ferdinand von Richthofen geprägt und in der Folgezeit zunächst ins Englische und dann ins Chinesische übersetzt. Zwar verbinden heute nicht wenige Menschen damit die Vorstellung von einer einbahnstraßenähnlichen Ost-West-Verbindung, doch trügt dieser Eindruck. Das von Ostasien bis nach Westeuropa und Nordafrika reichende, vielfach verzweigte und zeitweilig maritime Verbindungen einschließende Routengeflecht bildete einst das größte Verkehrsnetz der Erde, weshalb manche Autoren den Plural „Seidenstraßen“ bevorzugen.

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