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Künstler in der Corona-Krise : Die Unsicherheit kostet die meiste Energie

  • -Aktualisiert am

Die Suche nach Geldgebern hört nie auf: Teilnehmer bei einer Künstlerdemonstration in Berlin Bild: Ullstein/Detlev Schilke

Was bringen die Hilfspakete von Bund und Ländern den freien Künstlern? Eine Recherche in der Berliner Kunstszene.

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          Lange musste die Kultur nach dem Lockdown auf die Hilfsprogramme der Bundesregierung warten. Für viele Kulturschaffende und Künstler wurde die Pandemie zur Existenzfrage, Aufträge und Engagements gingen verloren. Am 4. Juni trat Kulturstaatsministerin Monika Grütters dann vor die Presse und verkündete die mit Spannung erwarteten Maßnahmen: Verschiedene Sektoren der privatwirtschaftlichen Kreativindustrie und auch staatliche Kulturinstitutionen dürfen sich über Zuwendungen freuen, für Digitalisierungsvorhaben, coronabedingte Umbaumaßnahmen oder Sanierungsprojekte. Doch von vielen Seiten gab es auch Kritik für das eine Milliarde Euro umfassende Paket. Besonders die freie Kulturszene, die rein quantitativ die größte Zahl an Künstlern ausmacht, klagt über mangelnde Unterstützung und Existenznöte.

          Das Schutzpaket für die Kultur verteile Geld und Subventionen an fast alle außer die Künstler selbst, meint Heidi Sill vom mitgliederstarken „Berufsverband bildender Künstler“. Die Stimmung unter den freien Kulturschaffenden sei durchwachsen. Besonders die nach dem Lockdown-Schock folgende Euphorie, neue Formate zu entwickeln, sei verflogen, da ein Enddatum für die Corona-Regularien fehle. „Drei oder fünf Monate sind sowohl finanziell als auch psychologisch überbrückbar. Aber die Unsicherheit, das nicht absehbare Ende nimmt die Energie“, sagt Sill. Auch deshalb sei die freie Kulturszene momentan politisierter denn je.

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