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Landleben nach dem Brexit : Die Totengräber der Countryside

Samantha Bond und David Warner bei Inspektor Barnaby Bild: Mark Bourdillon

Romane und Fernsehserien haben das englische Landleben zum imaginären Kulturraum der ganzen Welt gemacht. Jetzt warnen britische Farmer, ein ungeordneter Brexit wäre sein Untergang.

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          Auch wer die britische Fernsehserie „Inspector Barnaby“ noch nie gesehen hat, hat sie gesehen. Käme es einem auf Kulturvergleiche an, könnten wir diesem lieben, etwas langsamen und so durchschnittlichen Chief Inspector aus der fiktiven Grafschaft Midsomer nur unseren alten „Derrick“ entgegensetzen, und da hat man sie handlich nebeneinander: die Engländer und die Deutschen. Inspector Barnaby ermittelt auf dem Lande. Derrick ermittelt in der Stadt.

          Paul Ingendaay

          Europa-Korrespondent des Feuilletons in Berlin.

          Das Geheimnis des englischen Landlebens liegt nun darin, dass es ganz und gar aus literarischen Überhöhungen und imaginierten Bildern zusammengesetzt ist, von den Romanen Jane Austens bis zu den Provinzepen des Viktorianers Anthony Trollope, von den Brontë-Schwestern bis zu „Mord im Pfarrhaus“ von Agatha Christie oder, wenn’s denn wirklich sein muss, auch den zu Dutzenden verfilmten Bestsellern von Rosamunde Pilcher. Gepflegte Cottages mit Sprossenfenstern, anmutige Gärten, schrullige Postboten und Pubs im Fachwerkhaus. Draußen weiden die Schafe, und die grünen Hügel sind, so weit das Auge reicht, von malerischen Trockenmauern durchzogen. The rule of law bildet das Unterfutter dieser Gesellschaft, und der Doktor kümmert sich um das liebe Vieh. Aber auch Klassendünkel, Exzentrik und eine gewisse Tütteligkeit sind hier Gesetz.

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