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Schüler gehen auf die Straße : Kolossale Jugend

Freitag, 1. März 2019, Berlin Bild: Stefan Boness/Ipon

Wenn sich Kinder und Teenager politisch äußern, verlieren manche Erwachsene die Fassung. Warum eigentlich? Über Greta Thunberg, ihre Anhänger und ihre Gegner.

          7 Min.

          Markus Söder war sechzehn. Peter Altmaier auch. Hubertus Heil und Christian Lindner ebenso. Sigmar Gabriel und Olaf Scholz waren siebzehn, Andrea Nahles achtzehn, Jens Spahn und Cem Özdemir fünfzehn, als sie in jene Parteien eintraten, zu deren Spitzenpersonal sie heute gehören.

          Tobias Rüther
          Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Eine Karriere in der Politik beginnt meistens schon in der Jugend. Entweder kurz vor der Volljährigkeit – oder kurz danach. Die Jugendorganisationen der Parteien sind genau dafür da: Schülerinnen und Schülern, die beginnen, sich für die Welt um sie herum zu interessieren, und die sich engagieren wollen, einen Raum und Platz dafür zu geben. Parteien binden diese jungen Mitglieder mit Posten an sich, aber auch, indem sie an Entscheidungen beteiligt werden: über Personal, über Inhalte. Oder man versorgt sie mit Aufgaben: Broschüren verteilen, Unterschriften sammeln, Kassenwart. Immer aber schließen sich diese jungen Mitglieder einem Programm an, das es schon gibt, bevor sie in die Partei eintreten. Einem Programm, das sie erweitern oder ändern oder unterstützen wollen, das sich aber im Wesentlichen deckt mit dem, was sie für richtig halten oder wünschen – oder dem überhaupt erst Ausdruck verleiht.

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