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Vereinigte Staaten : Glaubensbruder Joe Biden

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An seinem Handeln und seinen Argumenten wird sich der zweite katholische Präsident messen lassen müssen. Joe Biden bei einem Besuch der afrikanisch methodistischen episkopalen Bethel AME Kirche. Bild: dpa

Joe Biden als Ire und Katholik: Von welcher Art ist der Glauben des amerikanischen Präsidenten? Schon die Ansprache zur Amtseinführung gibt Hinweise. Ein Gastbeitrag.

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          Der Demokrat Joe Biden ist der zweite katholische Präsident der Vereinigten Staaten. An sich ist dieses Faktum in einem Land, in dem die Katholiken mit rund vierundzwanzig Prozent der Bevölkerung die größte Religionsgemeinschaft bilden, nicht weiter erwähnenswert, vor allem wenn man bedenkt, dass inzwischen sechs der neun obersten Bundesrichter Katholiken sind und diese auch in beiden Häusern des Kongresses überrepräsentiert sind. Man ist versucht zu sagen, Biden sei erst der zweite katholische Präsident der Vereinigten Staaten. Dennoch bleibt das Faktum erstaunlich: Biden wurde Präsident, ohne dass seine Kirchenzugehörigkeit im Wahlkampf besonders nachdrücklich thematisiert worden wäre.

          Nicht einmal die üblichen Verdächtigen aus rechtsevangelikalen und protestantisch fundamentalistischen Kreisen meldeten sich zu Wort. Am ehesten kam Kritik ausgerechnet von konservativen Katholiken, während der linke Flügel der Demokraten, sonst – etwa bei Diskussionen um Richterernennungen – nicht eben zimperlich in seinem expliziten Antikatholizismus, merkwürdig stumm blieb. Es fehlten die Kampagnen, in denen grundsätzlich die Loyalität gerade irischer Katholiken gegenüber der amerikanischen Republik in Zweifel gezogen wurde und mit denen sich noch John F. Kennedy, der erste Katholik im Weißen Haus, hatte herumschlagen müssen.

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