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Osteuropa : Eiserner Vorhang im Kopf

Beginnt „der Osten“ schon in Prag? Bild: dpa

Den Osten schnippt man sich von der Jacke: Die Länder des einstigen „Ostblocks“ sind für uns eine Terra incognita geblieben. Dabei gibt es dort viel zu entdecken.

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          Manchmal dauere es etwas länger, schreibt die Universität Augsburg auf Anfrage, weshalb für sie der Ostblock erst kurz vor dem jüngsten Jahreswechsel aufgehört hat zu existieren. Sein bemerkenswert langes Leben verdankte er den Forschungsrichtlinien an der Philologisch-Historischen Fakultät. Nach ihnen waren Reisen in den „Ostblock“ gesondert bewilligungspflichtig. Nun, fast dreißig Jahre nach der Auflösung des Warschauer Paktes, teilt die Universität aber mit: „Die Formulierung zum Ostblock ist längst obsolet und der aktuellen politischen Lage nicht mehr entsprechend.“

          Niklas Zimmermann
          Redakteur in der Politik.

          Doch gerade in Augsburg, wo der Ostblock jetzt seinen begrifflichen Tod stirbt, wurde er einst äußerst drastisch zum Feindbild stilisiert. 1955 sprach der damalige Bundesaußenminister Heinrich von Brentano in der Fuggerstadt zum tausendjährigen Gedenken an die Schlacht auf dem Lechfeld im Jahr 955, in der ein fränkisch-deutsches Heer die magyarischen Reiter besiegte. Brentano machte eine „deutliche Parallele“ zur Gegenwart aus und sagte: „Damals standen vor den Toren des Abendlandes, vor den Toren dieser Stadt, in der wir weilen, die heidnischen Nomadenscharen des Ostens; Verderben und Untergang drohten. Jetzt stehen wiederum, nicht sehr viel weiter von dieser Stadt entfernt, die Massen des Ostens.“

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