https://www.faz.net/-gqz-acpoi

Stummelhochhäuser im Bau-Chaos : Berlin hat Höhenangst

  • -Aktualisiert am

Der Alexander Tower in unmittelbarer Umgebung des Alexanderplatzes Bild: O&O Baukunst

Wolkenkratzer sind verpönt, aber gar keine Hochhäuser zu bauen wäre provinziell. Mit ihrer unentschiedenen Haltung ruinieren die Planungspolitiker die Silhouette der Hauptstadt.

          6 Min.

          Berlin ist ausgedehnt, flach wie ein Pfannkuchen und für seinen schlechten Baugrund berüchtigt. Die auf Sand gebaute Kapitale hatte über lange Zeit eine bemerkenswert geschlossene Bauhöhe, denn die Ära des Bürohochhausbaus hat die geteilte Stadt im wirtschaftlichen und stadtplanerischen Dämmerschlaf der Nachkriegszeit weitgehend verschlafen – um jetzt mit Macht die Fehler anderer Städte beim Verderben und Verstellen der jeweiligen Silhouette übereifrig nachzuholen.

          In Berlin sind derzeit etwa 25 Hochhäuser im Bau und in der konkreten Planung, so viele wie nie zuvor in der Geschichte der Stadt. Das wäre nicht schlimm, hätten die meisten Türme, die in den nächsten Jahren fertiggestellt werden sollen, nicht zwei gravierende Nachteile: Es handelt sich nicht um ausgewachsene Wolkenkratzer von 150 Metern Höhe und mehr, sondern zumeist um niedrige Stummel, was sie unförmig oder zumindest unelegant aussehen lässt. Zudem sind die Türmchen über das Stadtgebiet verteilt, statt sich zu Clustern zu fügen. Eine wiedererkennbare Skyline kann auf diese Weise nicht entstehen.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+