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Für Habeck und Söder : Wahlgesang

  • -Aktualisiert am

Gemeinsam sängen sie besser: Robert Habeck und Markus Söder. Bild: dpa

Vorschlag für den Wahlkampf: Habeck und Söder singen im Duett. Dann wird alles besser. Warum? Schlagen wir nach bei Ludwig Börne.

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          Ob bei den öffentlich-rechtlichen, ob bei den privaten Sendern, ob auf den vielen Plattformen im Netz, wir werden zugeballert mit Duellen, Triellen, intimen Gesprächen, seichten Interviews oder harten Befragungen, und das alles, weil wir uns entscheiden müssen, wer für uns die Welt retten soll.

          Und damit nichts schiefgeht und wir ja nichts übersehen oder überhören, hilft man uns auf die Sprünge, indem man diese Talks anschließend von sogenannten Fachleuten bewerten lässt. Daumen hoch oder Daumen runter. Und wer da immer noch unentschieden ist, schaut sich die Werbespots an, von den Grünen, zum Beispiel, die uns singend davon überzeugen wollen, wie schön Deutschland mit den Grünen werden kann.

          „Kein schöner Land in dieser Zeit“

          Erstaunlich, dass die Werbe-Crew von Herrn Laschet nicht auf die Idee gekommen ist, „Kein schöner Land in dieser Zeit“ für das geplagte NRW zu nutzen. Man könnte sich allerdings auch Markus Söder als Mitsänger vorstellen, das wäre jedenfalls eine harmonischere Darbietung als sein in Kameras und Mikros empört gerufenes: „Ich habe keine Lust, keinen Bock auf Opposition!“ Dafür gingen dann aber Söder und Habeck im Spiegel-TV-Männerduell zivilisiert miteinander um. Ja, man hatte sogar den Eindruck: Die beiden könnten notfalls miteinander.

          Und für den Werbespot dazu gleich ein Vorschlag: Habeck sitzt in dem von Baerbock geradelten Lastenfahrrad und singt „Kein schöner Land“, und Söder rast auf einem E-Roller über die Bürgersteige, laut den vor ihm fliehenden Bürgern zurufend: null Bock auf Oppo-oppo-opposition. Aber eigentlich sollte man den Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfern vorschlagen, mal bei dem Frankfurter Journalisten und Schriftsteller Ludwig Börne nachzuschlagen.

          Der wusste doch schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wie man mit Pandemie und Klimawandel umgeht. „1831: Ein Aufsatz über die Cholera, den die ‚Allgemeine Zeitung‘ in den letzten Tagen enthielt, hat mich von meiner Unwissenheit in den Naturwissenschaften recht betrübt überzeugt. Der Verfasser hat ganz meine Ansicht, daß die epidemischen Krankheiten der Menschen mit den Krankheiten der Erde zusammenhingen. Nur spricht er von feuerspeienden Bergen, von Erdbeben, Elektrizität, ungewöhnlicher Abweichung der Magnetnadel und anderen Dingen . . .“

          Börne meint, man müsse eben die Erde heilen: „Ich möchte den Vorschlag machen, Kamillen- und Pfefferminztee, statt ihn den Menschen einzugeben, lieber der Erde selbst einzugießen, indem man große Löcher hineingräbt; und um die ganze Erde in der Gegend des Äquators eine Flanellbinde zu legen, sie vor Erkältung zu schützen. Dann würde die Cholera aufhören. Was sagen Sie dazu?“ Ja, die Erde heilen unbedingt – notfalls mit Singen.

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