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Vor der Eröffnung : Messe erhofft sich 300.000 Besucher

  • Aktualisiert am

Nur einige von 335.000 Neuerscheinungen Bild: AP

Vor der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse am Dienstag abend zeigt sich die Branche zuversichtlich. Ein „goldener September“ wird als Zeichen für den Aufschwung gewertet; die Messe soll weiteren Schwung bringen.

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          Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse blickt die Branche optimistisch in die Zukunft. Nach zwei schwachen Jahren haben sich im 55. Jahr wieder mehr Verlage angemeldet. „Dies spricht für Zuversicht in die Entwicklung der gesamten Branche“, sagte Buchmessen-Direktor Volker Neumann am Dienstag vor der Eröffnung der größten Bücherschau der Welt.

          In Frankfurt präsentieren bis zum 13. Oktober 6.611 Aussteller aus 104 Ländern etwa 335.000 Neuerscheinungen. Gastland ist Rußland. Angesichts des Aufgebotes wolle die Buchmesse die Besucherzahl in diesem Jahr um 15 Prozent steigern, sagte Neumann. 2001 und 2002 waren die Gästezahlen jeweils gesunken. Im vergangenen Jahr kamen nach Angaben der Buchmesse rund 266.000 Bücherfans nach Frankfurt. In diesem Jahr hofft man auf 300.000 Besucher.

          Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Dieter Schormann, sprach von einem „goldenen September“ für Buchhändler und Verlage. Er rechne nach teils „dramatischen“ Umsatzeinbußen im ersten Halbjahr für das Gesamtjahr mit einem Minus von etwa zwei Prozent, mit etwas Glück auch einer schwarzen Null.

          „Gut behauptet“

          Damit habe sich die Branche vor dem Hintergrund von schwieriger Wirtschaftslage, steigender Arbeitslosigkeit und sinkender Kaufkraft „gut behauptet“. Allerdings hätten nach wie vor viele Verlage und Buchhandlungen zu kämpfen - und zwar nicht nur die kleineren, sondern auch große. „Weder Größe noch Tradition reichen heutzutage aus, um morgen im Markt zu bestehen.“ Viele Verlage hätten inzwischen ihre Titelproduktion reduziert.

          Große Hoffnungen setzt die Buchbranche bis Jahresende vor allem auf das Weihnachtsgeschäft, besonders auf den neuen „Harry Potter“-Band, der im November auf Deutsch erscheint. Die Flaute in der Buchbranche bekommen in diesem Jahr auch die Hotels zu spüren: Anders als in früheren Jahren seien die Besucher bei der Buchung zurückhaltend, sagte der Leiter der städtischen Tourismus und Congress GmbH, Günter Hampel. Dafür seien aber nicht die heftig kritisierten Hotelpreise verantwortlich, sondern die schlechte konjunkturelle Lage. Innerhalb von 30 Kilometern rund um den Messestandort seien noch viele preisgünstige Zimmer zu haben.

          „Noch nicht ganz befriedigend“

          Buchmessen-Direktor Neumann nannte die Hotelsituation „noch nicht ganz befriedigend“. Immerhin würden die Zimmerpreise für 2004 aber auf dem Stand dieses Jahres eingefroren. Viele Hotels forderten auch keinen Mindestaufenthalt mehr oder nur noch drei bis vier Nächte statt wie bisher fünf bis sechs Nächte, die in jedem Fall bezahlt werden mußten. Für das kommende Jahr kündigte Neumann den Ausstellern Preissenkungen an: Mit verschiedenen Rabatten könnten Verlage die Standmiete „um mindestens zwölf Prozent“ drücken, sagte der Buchmessen-Direktor. Einen Nachlaß bekommt, wer früh bucht oder sich für mehrere Jahre im voraus anmeldet. Für alle Aussteller sinken die Standpreise um zwei Prozent.

          Fachbesucher dürfen von Mittwoch bis Montag auf die Messe, das allgemeine Publikum erstmals schon am Freitagnachmittag sowie am Samstag und Sonntag. Erstmals kann man auf der Buchmesse auch Bücher kaufen, allerdings beschränkt auf Veranstaltungen und den Messemontag. Der Veranstaltungskalender listet rund 2.500 Termine mit 1.000 Autoren auf. Neben den literarischen Altmeistern Günter Grass, Martin Walser, Imre Kertész und Paulo Coelho präsentieren auch Fernseh-Prominente wie Dieter Bohlen, Verona Feldbusch, Nadja Abd El Farrag oder Wolfgang Joop ihre Bücher. Doris Schröder-Köpf startet auf der Buchmesse eine Kampagne zur Leseförderung.

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