Völkermord im Lehrplan :
Die armen Schüler

Lesezeit: 4 Min.
Gehört der Genozid an den Armeniern in den Lehrplan oder nicht?
Brandenburg ist das einzige Bundesland, das über die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich aufklärt. Nun möchte die Türkische Gemeinde in Deutschland den Völkermord aus dem Lehrplan haben.

Der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, sorgt sich um das Wohlergehen der türkischstämmigen Schüler. Das ist nicht neu, das ist seine Aufgabe; die Wahrnehmung der Belange und Interessen der Deutschlandtürken gegenüber staatlichen Institutionen und der Öffentlichkeit gehört zu den erklärten Zielen seiner im Jahr 1995 gegründeten Organisation. Mal bemüht sich Kolat darum, die Sprachförderung an den Schulen zu verbessern, mal darum, die Zahl der türkischstämmigen Schüler mit Schulabschluss und den Anteil der türkischstämmigen Elternvertreter zu erhöhen. Das alles ist gut und oft auch richtig. Nun aber hat Kolat sich in einer schulpolitischen Frage zu Wort gemeldet, in der es ihm wohl weniger um das Wohlergehen der türkischstämmigen Schüler, als vielmehr um die Interessenwahrung des türkischen Staates geht - auch wenn Kolat dies natürlich nicht so etikettiert.

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