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Verhaltenstipps : Vorsicht, Polizei!

  • -Aktualisiert am

Streifenwagen auf dem Roten Platz Bild: AP

Russlands Großstädte sind im internationalen Vergleich ziemlich sicher - wären da nicht die russischen Polizisten. Zu Beginn der Reisesaison publizierte die Zeitschrift „Profil“ eine „Bullengebrauchsanweisung“. Wohl um die Verluste der eigenen Bevölkerung, aber auch naiver Touristen zu begrenzen.

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          Dass Russlands Großstädte im internationalen Vergleich ziemlich sicher sind - wären da nicht die russischen Polizisten -, wird nach dem trunkenen Amoklauf eines Moskauer Kripochefs und dem Polizisten, der mit seinem Jeep eine schwangere Frau totfuhr, sogar im Fernsehen debattiert.

          Offenbar um die Verluste der eigenen Bevölkerung, aber auch naiver Touristen zu begrenzen, publizierte die Zeitschrift „Profil“ zu Beginn der Reisesaison eine „Bullengebrauchsanweisung“.

          Die Studie skizziert die Lebensformen diverser Milizkontingente, deren Kenntnis den Passanten durchaus schützen kann. Reisende haben am ehesten als Diebstahl- oder Überfallopfer mit Kriminalinspektoren zu tun. Fürchten muss man den Inspektor vor allem im trunkenen Zustand, weil ihn das in Versuchung bringt, dem Klienten ungelöste Fälle anzuhängen. Ansonsten fährt man mit klaren, konkreten Angaben über Tatort und -hergang am besten. Erwarten Sie von Polizisten nicht zu viel, raten die Experten. Wer den Milizbeamten um Schutz und Hilfe ersucht, bereitet ihm - und sich - nur zusätzliche Probleme.

          Vor allem: Ruhe bewahren

          Am gefährlichsten sind Streifenpolizisten, die niedrigste Kaste der Miliz. Diese Kleinraubtiere, unter denen sich viele schlecht ausgebildete Grobiane finden, die die Gesetze, die sie angeblich verteidigen, nicht kennen, ernähren sich vor allem von Migranten ohne Aufenthaltserlaubnis und Straßenhändlern. Der Mittelständler kann in ihre Fänge geraten, wenn er in der Metro raucht oder auf der Straße Alkohol trinkt. In dem Fall ist vor allem - ob man sich von ihnen loskauft oder ein Protokoll aufsetzen lässt - Ruhe zu bewahren. Widerrede macht sie aggressiv. Die legendären russischen Verkehrspolizisten haben den Vorteil, berechenbar zu sein. Sie sind geschulte Geschäftsleute, die instinktiv abschätzen, ob von einem Autofahrer folgenlos etwas zu holen ist. Zu den Risikogruppen gehören einsame Fahrer, die nachts in der Einöde unterwegs sind, vor allem aber modische Jugendliche am Steuer einer Luxuslimousine.

          Ein unerfahrener Stutzer, der mit Papas Maserati eine Spritztour macht, ist für einen russischen Verkehrspolizisten wie Weihnachten. Unsicheres oder auftrumpfendes Verhalten gilt den Verkehrwächtern als zusätzlicher Hinweis, dass der Kandidat ihnen nichts anhaben kann und dass mit seinen Papieren etwas nicht stimmt. Mit dem Revierpolizisten, der von den Ladenlokalen seines Einzugsbereichs lebt, haben vor allem Vermieter von Immobilien zu tun, wenn, was nicht selten geschieht, der Pächter ihrer Wohnung diese als Bordell nutzt. Zum Problem kann der Reviermilizionär allenfalls für alleinstehende Wohnungsbesitzer ohne Erben werden. Einsame Großmütter können mit dem Milizionär einen Pflegevertrag schließen und ihm ihr Appartement vererben, empfehlen die Forscher. Denn wirklich gefährlich wird es für sie, wenn der Milizionär Informationen über sie an Organisationen verkauft, die er theoretisch verfolgen sollte.

          Kerstin Holm

          Redakteurin im Feuilleton.

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