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„Nicht erreichbar“ : Warum lagen die Wahlforscher so falsch?

Wähler in Las Vegas staunen über die Prognosen. Bild: dpa

Die Wahlprognosen für die amerikanische Präsidentschaftswahl lagen weiter daneben als 2016. Die älteren Wähler wurden wie die Hispanics falsch eingeschätzt. Vor allem aber zeigte sich ein systematisches Problem.

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          Am Ende hatten sie wenigstens den Sieger korrekt vorausgesagt. Insgesamt aber lagen die Wahlprognosen für die amerikanische Präsidentschaftswahl noch weiter daneben als mit ihren überraschend unpräzisen Vorhersagen 2016. In der popular vote hatten die Demoskopen Biden im Schnitt neun Prozentpunkte vorne gesehen, davon blieben gerade mal 3,7 übrig. In einigen Bundesstaaten war es noch schlimmer: In Wisconsin, wo Biden am Ende 0,7 Punkte vor Trump lag, hatten die Umfragen acht Punkte Vorsprung ermittelt, in Ohio, wo Trump mit über acht Punkten gewann, ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorausgesagt. Wie schon vor vier Jahren hatten die meisten Demoskopen die Popularität von Donald Trump krass unterschätzt. Dabei hatten sie vor der Wahl noch beteuert, was sie alles aus ihren Fehlern gelernt hatten: Sie hätten mehr auf die Wähler ohne College-Abschluss geachtet, die 2016 bei den Befragten unterrepräsentiert waren, versicherten sie, außerdem gebe es diesmal viel weniger unentschlossene Wähler. Nicht auszudenken, wie falsch die Prognosen sonst gewesen wären.

          Harald Staun

          Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Was diesmal die Ursachen für die erheblichen Diskrepanzen waren, das muss naturgemäß erst noch genau analysiert werden. Ein paar Erkenntnisse aber liegen schon vor: Besonders falsch schätzten die Demoskopen die Wähler über 65 Jahre ein, bei denen sie Biden deutlich im Vorteil sahen. Am Ende wählten 53 Prozent dieser Altersgruppe Trump, genauso viele wie 2016. Ziemlich unterschätzt wurde auch die Beliebtheit von Trump bei den hispanischen Wählern, nicht nur in Florida. Jetzt dürfte auch den Meinungsforschern klar sein, wie sinnlos es ist, mexikanische Einwanderinnen in Arizona mit kubanisch-amerikanischen Unternehmern aus Miami in einer Kategorie zusammenzufassen.

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